Zwei spannende Vorträge und weinerliche Nazidemo am Donnerstag

Am Donnerstag finden in Dortmund gleich zwei spannende Vorträge statt. Neonazis wollen parallel dazu von der Innenstadt nach Dorstfeld marschieren. Nach den Vorträgen läutet das Antifacafe das verlängerte Wochenende mit Musik aus der Dose und Solicocktails für Betroffene von rechter Gewalt ein. 

Der Rote Tresen lädt ab 18:00 Uhr zu einem Vortrag ins ver.di-Haus. Unter dem Titel „Der Putsch im Putsch – Aktuelle Situation in der Türkei“ wird Kerem Schamberger über die Repression gegen politische Opposition und den mit dem aktuellen Referendum geplanten Staatsumbau berichten. Der vermeintliche Putschversuch im Juli 2016, verübt durch Teile des Militärs, hat eine neue Phase des autoritären Staatsumbaus in der Türkei eingeläutet. In Opposition zur AKP stehende politische Kräfte sind massiven Repressionen ausgesetzt. Politiker werden unter Vorwürfen wie der Unterstützung von Terrorpropaganda in Haft genommen und zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Mehr Infos auf der Homepage des Roten Tresen.

Das Antifacafe Dortmund öffnet um 20:00 Uhr seine Türen im Nordpol. Geboten wird der Vortrag „Extrem rechte Wahlparteien und ihr Umfeld in NRW. Ein Überblick im Vorfeld der NRW-Landtagswahlen“. Obwohl sie aktuell im Schatten der AfD stehen, die nach Umfragen mit über 10 Prozent in den Landtag einziehen könnte, sind natürlich auch weniger erfolgreiche Rechtsaußenparteien weiterhin aktiv: „pro NRW“, “pro Deutschland”, “Die Republikaner”, NPD, die in NRW aus den neonazistischen “Freien Kameradschaften” entstandene “Die Rechte” und andere. Die meisten von ihnen werden zu den NRW-Landtagswahlen antreten – in Konkurrenz zur AfD. Mehr Infos auf der Homepage des Antifacafe Dortmund.

Zeitgleich zu den Vorträgen wollen die Dortmunder Neonazis ab 19:00 Uhr einen Aufmarsch von der Innenstadt nach Dorstfeld durchführen, nachdem sie am Wochenende beim plakatieren eine Auseinandersetzung provozierten und den kürzeren zogen. Dass die Neonazis der Partei „Die Rechte“ in ihrem Aufruf betonen, es handle sich nicht um „herumgejammer“, zeigt deutlich wie tief ihr Selbstbild nach dem Vorfall angekratzt ist. Gut so, Selbstschutz gegen Nazis ist und bleibt wichtig. Die selbstmitleidige Inszenierung der Neonazis hingegen werden wir uns am Donnerstag ersparen.

Allen die auf der Straße gegen den Aufmarsch der Neonazis aktiv werden wollen steht wie immer der Ermittlungsausschuss zur Seite bei Stress mit der Polizei.

Im Anschluss an die Vorträge lädt das Antifacafe zum solidarischen Umtrunk für Betroffene rechter Gewalt mit Solidrinks und Musik ein.

 

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