Dortmunder Neonazi tritt in Video von rechter Terrorgruppe auf

Robin Schmiemann im "Kampfgruppe 18" T-Shirt bei einem Naziaufmarsch am 25.05.2019

Robin Schmiemann im „Kampfgruppe 18“ T-Shirt bei einem Naziaufmarsch am 25.05.2019 (Quelle: Thomas Witzgall / flickr.com)

Die rechte Terrororganisation „Combat 18“ hat am gestrigen Mittwoch ein Video veröffentlicht, in dem sie sich zu den Ermittlungen im Mordfall Lübcke erklärt. Bei dem vermummten Sprecher handelt es sich um den Neonazi und C18-Kader Robin Schmiemann aus Dortmund.

Schwarze Kleidung und Sturmhaube, im Hintergrund ein Gebüsch. Der Mann, der im Namen der rechten Terrorist*innen von Combat 18 eine Erklärung verliest, möchte nicht erkannt werden. Kein Wunder, bekennt er sich doch mit seinem Auftritt zur Mitgliedschaft in einer Organisation, die seit dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke im bundesweiten Fokus von Behörden und Medien steht. Doch Antifaschist*innen aus Dortmund haben ihn trotz Sturmhaube erkannt: „Bei dem Sprecher handelt es sich um Robin Schmiemann, der schon seit mehreren Jahren öffentlich für Combat 18 bei Naziaufmärschen Präsenz zeigt“, erklärt Kim Schmidt, Pressesprecherin der Autonomen Antifa 170. „Schmiemann saß mehrere Jahre in Haft, weil er bei einem Überfall auf einen Supermarkt einen tunesischstämmigen Kunden anschoss und lebensgefährlich verletzte. Zuletzt erlangte er im Rahmen des Prozesses gegen den sog. ‚Nationalsozialistischen Untergrund‘ (NSU) bundesweite Bekanntheit als Brieffreund der Rechtsterroristin Beate Zschäpe.“

Schmiemann als vermummter Sprecher im Combat 18 Video

„In der Erklärung streitet Schmiemann eine Mitgliedschaft des mordverdächtigen Stephan Ernst bei Combat 18 ab und bedroht einen Mann, der angeblich in die Enthüllungen über die rechtsterroristen verwickelt sein soll“, so Schmidt weiter. Exif-Recherche hatte in der letzten Woche umfangreiche Informationen über den Mordverdächtigen geliefert. Ernst war bereits in den 90er Jahren aktiv und verübte einen Bombenanschlag auf eine Unterkunft für Geflüchtete, der nur durch das schnelle Eingreifen der Bewohner*innen vereitelt werden konnte. Er hatte laut Medienberichten bis kurz vor der Tat Kontakte zur Terrororganisation Combat 18.

„Dass ein Combat 18-Mitglied wie Schmiemann, der sich öffentlich zu der Organisation bekennt, gleichzeitig als vermummter Sprecher auftritt, zeigt, wie sicher diese Leute sich fühlen“, betont Kim Schmidt. „Die rechte Szene hat aus dem NSU-Prozess gelernt, dass Unterstützer*innen des Naziterrors vom deutschen Staat nichts zu befürchten haben. Wir fordern, dass endlich Schluss sein muss mit dem Märchen vom Einzeltäter. Rechte Mörder stützen sich auf große Netzwerke, die materiell und ideologisch Hilfe leisten. Wir beharren weiter speziell auf die seit dem NSU ausstehende Aufklärung der Verbindungen zwischen rechten Strukturen in Kassel und Dortmund und deren möglicher Unterstützung für rechte Terrorist*innen.“

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