Neonazi-Demo durch Polizeigewalt ermöglicht!

Am 30.09. fand die erste von zwölf angekündigten Montagsdemonstrationen der Neonazis in der Nordstadt statt. Es ist das dritte Mal in kürzester Zeit, dass die Dortmunder Neonazis durch das migrantisch geprägte Viertel gelassen wurden. Auch dieses Mal fanden sich viele Leute zusammen, um gegen den rechten Aufmarsch zu protestieren.
 
Gleichzeitig fand gegenüber dem Neonazi-Bekleidungsgeschäft „Tönsberg“ im Brüderweg eine BlockaDO-Kundgebung statt, bei der mit kurzen Videos über Neonazis und die von ihnen ausgehende Gefahr informiert wurde. Dies war bereits die fünfte Kundgebung an einem Montag in Folge. 
 
Am veröffentlichten Antifa-Treffpunkt versammelten sich rund 100 Leute, um ihren Protest auf die Straße zu tragen. Zahlreiche Gegendemonstrant*innen und Anwohner*innen stießen im späteren Verlauf des Abends zum Gegenprotest hinzu. Nahe des Auftaktkundgebungsorts der Neonazis kam es zu zwei Sitzblockaden in der Kurfürsten- und in der Schützenstraße, wodurch die Demonstration erschwert wurde. Nur dadurch, dass die Polizei die Nazis direkt an einer Sitzblockade vorbeigeleitet hat, wurde die Demostration ermöglicht. Die Blockaden lösten sich auf, nachdem die Neonazis vorbeigelaufen waren, und begleiteten den weiteren Demozug. Dadurch kam es immer wieder zu lautstarken Gegenprotesten und Störversuchen.
 
Durch ein massives Polizeiaufgebot konnte der rechte Demonstrationszug durchgesetzt werden. Eine versuchte Sitzblockade in der Münsterstraße räumte die Polizei ohne Vorankündigungen mit Schlagstockschlägen auf Kopfhöhe und Knebelgriffen. Eine Person erlitt eine Kopfverletzung. „Das aggressive Auftreten und die angewandte Gewalt der Polizei war unangemessen. Dass die Polizei diese Mittel anwendet, um Neonazis einen Weg durch die Nordstadt zu bahnen, ist ein erschreckendes Zeichen“, so Kim Schmidt, Pressesprecherin der Autonomen Antifa 170. Bereits im Vorhinein hatte die Polizei die Route der Neonazis nicht bekannt gegeben, sodass Anwohner*innen nicht rechtzeitig Bescheid wussten, was am Abend vor ihrer Haustür passierte. „Die Neonazis hetzen immer wieder gegen die Bewohner*innen der Nordstadt. Es wäre das Mindesteste, die Menschen rechtzeitig zu informieren“, so Kim Schmidt. In den Tagen vor dem Naziaufmarsch hatten Antifaschist*innen mit Flyern über den Aufmarsch informiert.
 
„Wir haben heute wiederholt zeigen können, dass die Nordstadt rechte Hetze nicht widerstandslos hinnimmt. Das werten wir als Erfolg“, resümiert Kim Schmidt. „Die Nazis können nur mit einem massiven Polizeiaufgebot durch die Nordstadt laufen. Die Route wurde wieder einmal durch aggressiv auftretende Polizeibeamt*innen ermöglicht.“
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