Erfolgreiche Proteste gegen Demomarathon der Nazis

Polizeiaufgebot am 29.10.2019

Auch die fünfte montägliche Nazidemo durch die Nordstadt wurde von antifaschistischem Protest begleitet und durch ein massives Polizeiaufgebot durchgesetzt. Die Nazis hatten ursprünglich angekündigt, bis Dezember jeden Montag durch die Nordstadt zu ziehen. Bereits zu Beginn der Demonstrationsreihe ruderten sie zurück und sprachen davon, dass ihre Aufmärsche nur vorsorglich bis Dezember angekündigt seien und sie gegebenenfalls die Reihe früher beenden. Zudem nahm auch in den eigenen Reihen das Interesse an den wöchentlichen Aufmärschen immer mehr ab, so dass bei der vorläufig letzten Demonstration am heutigen Montag lediglich 50 Nazis auf der Straße waren. Während bei den Nazis die Teilnehmendenzahlen sanken, befanden sich heute wieder rund 800 Personen auf der Straße, die die rassistische Hetze in der Dortmunder Nordstadt nicht unwidersprochen lassen wollten. Obwohl keine Blockaden des Aufmarsches gelangen, kam es an fast jeder Seitenstraße zu lautstarkem Protest. „Die Nordstadt-Bevölkerung hat gezeigt, dass sie keinen Bock auf Nazis hat“, resümiert Kim Schmidt, Pressesprecherin der Autonomen Antifa 170. „In der Zeit des Protestes haben wir es geschafft, uns weiter mit der Bevölkerung zu vernetzen. Daran können wir auch anknüpfen, wenn die Nazis hier nicht mehr laufen. Die Nazis haben nur erreicht, dass das

Blockade auf der Schillerstraße (20.09.) – Photo: Korallenherz

Viertel umso stärker zusammenhält“. In der Zeit der Nazidemos hatte das Antifa-Café zu einem offenen Treffen eingeladen, dem über 50 Leute gefolgt waren, um Gegenproteste und eigene Aktionen zu planen. Daraus war unter anderem am heutigen Montag ein Familienfest am Nordmarkt zusätzlich zu den antifaschistischen Aktionen entstanden.

 
Während die Dortmunder Nazis mit Parolen wie „Nie wieder Israel“ oder anderen antisemitischen und rassistischen Parolen durch die Nordstadt zogen und so versuchten, ein Klima der Angst bei

Sharpic für den 21.09.
Bild: Nordstadtdemo am 14.09. von dap

den Anwohner*innen zu erzeugen, haben Antifas von Anfang an gezeigt, dass sie die Anwohner*innen nicht damit alleine lassen. Mehrfach wurde in den vergangenen Wochen versucht, die Nazidemo zu blockieren. Dank zahlreicher Sitzblockaden mussten die Nazis teilweise über andere Wege geleitet werden. „Die Polizei ist zunehmend gewalttätig gegen die Protestierenden vorgegangen“, kritisiert Schmidt das Verhalten. „In ihrer Pressearbeit stellt die Polizei sich als Akteurin gegen Rechts dar. In der Realität rollt sie den Nazis den roten Teppich in der Nordstadt aus“. Am 7. Oktober hat die Polizei eine Sitzblockade von 41 Personen kontrolliert und unter anderem Anzeigen wegen Landfriedensbruch geschrieben. „Die Polizei hat vorher angekündigt, dass Sitzblockaden nicht strafbar seien, wenn die Nazidemo dadurch nicht verhindert werde. Das war offensichtlich gelogen“, so Schmidt. „Wir fordern, dass alle Anzeigen eingestellt werden.“

 
Vor zwei Wochen konnten Antifas neben dem üblichen Gegenprotest eine eigene große Demonstration vom Borsigplatz quer durch die Nordstadt auf die Beine stellen. „Wir konnten damit ein starkes Zeichen gegen rechte Strukturen und ihre Ideologie setzen. Das war ein wichtiges Signal an die Anwohner*innen in der Nordstadt“, so Kim Schmidt, „Durchaus p

Familienfest am 29.10.2019

ositiv haben wir auch den Protest der restlichen ‚Dortmunder Zivilgesellschaft‘ aufgenommen, an dem sich verschiedenste Bündnisse und Parteien beteiligten. Dass dies aber erst nach dem antisemitischen Terroranschlag in Halle geschah, hinterlässt leider einen bitteren Beigeschmack. Antifaschismus bedarf keines besonderen Anlasses, sondern ist eine alltägliche Aufgabe. Wir bedanken uns bei allen, die dafür mit uns auf der Straße waren.“

 
Es bleibt dabei: Für Nazis und Rassismus ist kein Platz in der Nordstadt! 
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