22.08. – Zum Jahrestag auf nach Dorstfeld

Fast neun Jahre ist es her, dass am 23. August der Nationale Widerstand Dortmund (NWDO), die lokale Neonazi-Kameradschaft, verboten wurde. Es sollte ein Schlag gegen die organisierte Rechte sein, war am Ende aber kaum mehr als ein symbolischer Akt. Es dauerte nur wenige Wochen, da organisierte sich die Kameradschaft im Gewand der Partei „Die Rechte“ neu und wurde so durch ihren Parteien-Status nur noch schwerer greifbar für Verbote und Einschränkungen. 
 
Nach einer kurzen Pause ging es für die Nazis unter diesem neuen Label weiter. Sie lebten weiter in ihren WGs nahe dem Wilhelmplatz in Dorstfeld und arbeiteten daran, der Gesellschaft, der Presse und nicht zuletzt der eigenen Szene weiszumachen, dass der Stadtteil ihnen gehören würde. Denn auch wenn Dorstfeld nicht der einzige Stadtteil mit einem Naziproblem ist, bauten sie um dieses westliche Viertel mit martialischem Auftreten und nicht selten mehr Fahnen als Leuten ihren Mythos vom „Nazikiez“ auf. Doch dieser bröckelt immer weiter.
 

Nachdem Antifaschist:innen immer wieder auf die Problematik in den Straßen um den Wilhelmplatz aufmerksam machten, rang sich die Stadt nach Jahren dazu durch, die schwarz-weiß-roten Wände in der von vielen Nazis bewohnten Emscherstraße zu übermalen. Antifaschist:innen hingen Transparente im Viertel auf. Namenhafte Nazis verließen resigniert die Stadt. Am 1. Mai 2021 liefen Antifaschist:innen nach einer Kundgebung durch die Emscherstraße – ein Novum. Die Nazis waren nicht in der Lage, ihren „Kiez“ zu verteidigen. Am 8. Mai war nichts von den Nazis zu bemerken, als hunderte Antifas auf dem Wilhelmplatz demonstrierten. Bei der nächsten Antifa-Kundgebung verließen die Nazis schließlich lieber den Stadtteil.
 
Doch die Nazis sind nicht untätig. Sie haben lang gewachsene Strukturen, auf die sie immer wieder aufbauen können. Diese Strukturen gilt es langfristig zu zerstören. Und selbst ohne gut funktionierende Organisation – die Anwesenheit von Nazis ist immer eine Gefahr, die es einzuschränken gilt. Begnügen wir uns also nicht mit der aktuellen Ruhe, sondern bringen es zu Ende!
 
Bringin‘ it down – Beständig und konsequent gegen rechte Strukturen!
 
22.08.2021 – 13 Uhr – Westentor
 

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