ماذا يحدث في ٢٥ ماي في دورتموند؟

الحزب النازي “اليميني” يريد الزحف في ٢٥.٠٥ في دورتموند. هذه المظاهرة ستكون نهاية إنتخاباتهم الأُوروبية.
في هذا اليوم سيأتي المئات من النازيين لهذه المظاهرة.
غالباً قبل او بعد المظاهرة يكون هناك نازيين أكثر في دورتموند.
لن تقبل مظاهرة النازيين هذه ببساطة. سيكون هناك الكثير من الإعتصامات. على سبيل المثال المنظمة المعاكسة للنازيين “بلوكادو” تنظم مظاهرة ضدهم. عدا ذلك في ال ٢٤.٠٥ سيتم تنظيم مظاهرة معاكسة أيضا قبل يوم من المظاهرة.
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Gegen den Naziaufmarsch am 25. Mai!

Die Partei „Die Rechte“ kündigte im Rahmen der Europawahlen eine „Frühjahrsoffensive“ an. Neben dem „Wahlkampfauftakt“ am 20. April in Wuppertal und einer weiteren Demonstration zum Arbeiter*innenkampftag am 1. Mai in Duisburg haben sie sich für den Abschluss ihres Wahlkampfs in Dortmund am 25. Mai angekündigt. Sie wollen unter dem Motto „70 Jahre BRD? Wir feiern nicht!“ eine Demonstration durchführen. Sicherlich ist das heutige Deutschland kein Ort, der Anlass zum Feiern gibt, doch das von den Nazis propagierte völkisch-antisemitische, von „Blut und Boden“-Ideologie durchdrungene Deutschland gibt ebenso wenig Anlass, dies zu tun.

Haltet euch darum schonmal den 25. Mai frei und geht mit uns gemeinsam auf die Straße, um gegen rassistische Deutschtümelei und Nationalismus zu protestieren – das Einzige, das es an Deutschland zu feiern gibt, wäre seine Überwindung!

Kommt auch am 24.05. mit uns auf die Straße zur antifaschistischen Vorabenddemo gegen den Rechtsruck! Tragen wir am Abend vorher unsere Kritik an Nationalismus, Rassismus und den deutschen Verhältnissen auf die Straße! Los geht’s um 18:30 Uhr am Sonnenplatz. Einen längeren Aufruf dafür findet ihr unter dortmund.blogsport.de.

Haltet euch auf dem Laufenden!

#nonazisdo #do2505

dortmund.blogsport.de dab.nadir.org

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Rechte Hassliebe – „Die Rechte“ und ihr Verhältnis zu Deutschland & Europa

Die neonazistische Kleinstpartei „Die Rechte“ plant als Abschluss ihres Europawahlkampfes unter dem Motto „70 Jahre BRD – Wir feiern nicht!“ in Dortmund einen Aufmarsch am 25. Mai. Dies wollen wir zum Anlass nehmen, das Wahlkampfprogramm auseinanderzunehmen und aufzuzeigen, dass dieses nicht nur gegen jede Menschlichkeit ist, sondern auch ein anschauliches Beispiel für die Widersprüchlichkeit der NS-Ideologie. Hierzu sollen in den kommenden Wochen weitere Texte mit unterschiedlichen Schwerpunkten veröffentlicht werden.
 
In unserem ersten Text wollen wir uns genauer mit dem Verhältnis von „Die Rechte“ zur Deutschland und Europa beschäftigen.
 
Schon am Motto ihrer Demonstration „70 Jahre BRD – Wir feiern nicht!“ ist das Verhältnis der Neonazis zu Deutschland plakativ zusammengefasst. Die Freude um das siebzigjährige Bestehen der Bundesrepublik zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten von bürgerlich bis konservativ. Für Die Rechte“ ist das allerdings kein Grund zur Freude. Vielmehr konfrontieren sie die BRD mit ihrer idealen Vorstellung eines völkischen Deutschlands. Diese Gegenüberstellung kann als eine Projektion von zwei unterschiedlichen Vorstellungen von Deutschland gesehen werden. Das heutige Deutschland wird als Negativbild gemalt. Diesem wird auf der anderen Seite ein Idealbild eines zukünftigen – aber dennoch nicht weniger rückwärtsgewandten – Deutschlands entgegen gehalten. Diese Eigenschaften, die – in diesem Falle den zwei eingebildeten Versionen Deutschlands – zugeschrieben werden, müssen nicht der Realität entsprechen; der Gegenstand, auf den zugeschrieben wird, muss mit diesen noch nicht einmal in Verbindung stehen. Entscheidend probelmatisch ist hierbei nicht, dass etwas überhaupt der Außenwelt zugeschrieben wird, sondern dass dieser projektive Vorgang nicht reflektiert wird und unerkannt bleibt. 
 
Die Zustände, die „Die Rechte“ wahrzunehmen meint, sind zumeist weit von der Realität entfernt. Die Neonazis haben ein autoritäres Gesellschaftsverständnis, indem  die nicht zugelassenen Vorstellungen und Wünsche dem heutigen – aus ihrer Sicht liberalen, verweichlichten und überfremdeten – Deutschland zugeschrieben und damit veräußerlicht werden. In diesem Zusammenhang spielt es keine Rolle, dass das heutige Deutschland in kaum einer Weise als generelles Gegenbild zum faschistischen Traum taugt. Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Nationalismus sind in diesem nicht nur bereits angelegt, sondern gehören in unterschiedlicher Weise zur Grundausstattung Deutschlands.
 
Im Gegensatz zur vermeintlich zu linken Bundesrepublik werden der völkischen Wunschvorstellung eines Deutschen Reichs alle für sie positiv besetzten Eigenschaften zugeschrieben. Das eingebildete BRD-Gegenbild der Partei „Die Rechte“ versucht, in diesem Sinne ein wahres Eden der angeborenen Volkszugehörigkeit zu sein, welches als zukünftiges, schützenswertes und paradiesisches Idealkollektiv gegen die BRD aufgerichtet wird. Dieses Idealkollektiv ist dabei pseudo-biologisch definiert: Deutsch – und somit der Volksgemeinschaft zugehörig – ist diejenige Person, deren Vorfahren als deutsch gelten. Eine Deutschwerdung – z. B. durch die Staatsbürgerschaft – ist in diesem biologistischen Verständnis ausgeschlossen und verweist auf die ausgrenzende und Menschen nach willkürlichen Kriterien unterteilende Logik nationalistisch-rassistischer Ideologie. Indem durch die Geburt die Zugehörigkeiten und Loyalitäten zu Völkern schon im Vorfeld verteilt sind, kommt es nicht von ungefähr, dass sie dieses autoritäre Ideal mit dem Wunsch nach vermeintlich benötigtem Schutz durch soldatische Wehrhaftigkeit Deutschlands „als  Bollwerk  der  weißen  Rasse“ auf dem europäischen Kontinent verknüpfen. Mit dem Verhältnis der Partei „Die Rechte“ zu diesem soll sich nun im Folgenden genauer beschäftigt werden.
 
Die Partei „Die Rechte“ hat zu diesem europäischen Kontinent ein ähnlich ambivalentes Verhältnis wie zu Deutschland. Auch hier gibt es eine deutliche Differenz zwischen dem Idealbild eines „Europas der Nationen und Vaterländer“ und der als „Multikulti“ abgewerteten, angeblich von Migrant*innen überschwemmten Europäischen Union. Wenig originell – aber nicht weniger strukturell antisemitisch – wird die EU hierbei als „Krake“ dargestellt, welche die vorher souveränen Staaten mit ihren Richtlinien und Bestimmungen „terrorisiert“. In ähnlich personalisierender Weise sei die Regierung Deutschlands dann eine Gehilfin aus Brüssel, die gegen das selbstpostulierte Volksinteresse handele.
 
Es gibt zwar einen ähnlichen Prozess der Spaltung in Negatives und Positives, doch kommt es durch die inhaltlichen Forderungen bezüglich Europa zu unmittelbaren Widersprüchen. Das angebliche „Europa der Vaterländer“ erscheint bei „Die Rechte“ eher als ein Europa des deutschen Vaterlandes. So wünschen sie sich – wenig verwunderlich – ein Deutsches Reich inklusive aller Gebiete, die sie als „deutsch“ ansehen. Diese Reduzierung auf vermeintlich natürliche und angestammte Gebiete funktioniert natürlich nur für die eigene Nation. Es ist anzunehmen, dass beispielsweise polnische Nationalist*innen wenig erfreut sein dürften über die Realisierung des Traumreichs der deutschen Rechten.
Hier zeigt sich nicht nur ein Widerspruch rechter Ideologie, sondern auch die generelle Willkür und die ständige Konkurrenzsituation nationaler Grenzsetzungen, welche die Irrationalität einer in Nationalstaaten geteilten Welt unterstreicht: Der Bezug auf die eigene Souveränität verhüllt zumeist nur schlecht ein Streben nach Vormacht der eigenen Nation. Zu betonen ist hierbei, dass nicht erst das nationalsozialistische Extrem die Logik einer nationalen Verfasstheit verzerrt. Jegliche sich auf Nation und Staat positiv beziehende Politik steht einer emanziatorischen Perspektive entgegen.
 
Ein stetig wiederkehrendes Motiv im Wahlkampf von „Die Rechte“ ist im Weiteren die – mehr schlecht als recht glückende – Selbstinszenierung als Vorkämpfer oder Avantgarde des deutschen Volkszorns gegen BRD und EU. Ob bei der Ausbeutung des*der deutschen Arbeiter*in oder der allgemeinen Diskriminierung des kleinen Mannes, die ach so „edlen Retter“ des deutschen Volkes wissen schon im Vorfeld, wo die Schuldigen in den Parlamenten und Gerichten sitzen. Der Wunsch, ein Strafbedürfnis auch bei dem*der/den angeblich geknechteten Deutschen zu wecken, äußert sich in der Forderung nach Volksgerichten und den Rufen, endlich in Deutschland aufräumen zu wollen. Das „wahre Deutschland“ solle somit das „falsche Deutschland“ – und das „falsche Europa“ gleich mit – abstrafen.
 
Dass die Neonazis hierfür immer wieder auf klassische Nazi-Terminologie zurückgreifen, ist erstmal keine Überraschung, besonders mit Blick auf das Bild der „Die Rechte“ von ihrem zukünftigen Europa. Ihre einschlägige Sprache unterstreicht ebenfalls die Abgrenzung von anderen Gruppierungen und Personen (wie der Neuen Rechten und der Identitären Bewegung), welche zumindest hin und wieder versuchen, Nazi im Schafspelz zu spielen. Besonders offensichtlich zeigt sich diese klassische Nazi-Sprache zum Beispiel beim gewünschten Bau eines neuen Atlantikwalls im Mittelmeer. Zum einen ist dies nicht mehr als eine provokante Stilblüte rechten Geographieverständnisses, zum anderen drückt dieser aber inhaltlich die Vorstellung einer vollständig abgeschotteten und ausgebauten Festung Europa in Zukunft aus. Eine Zukunft wohlgemerkt, die nicht nur die Partei „Die Rechte“ eifrig zu bauen versucht. Es bleibt bezugnehmend auf diese wirre Vorstellung zu hoffen, dass die Abschottung im Mittelmeer sich als ähnlich kurzlebig erweist wie der damalige Atlantikwall in der Normandie.
 
Zusammenfassend können wir sagen, dass die Partei „Die Rechte“ mit ihren Forderungen versucht, sich als extremste Form einer nationalistischen Bewegung zu zeigen. Zentral drückt sich dies in ihren Bestrebungen der Überwindung des bestehenden Deutschlands aus; zugunsten einer autoritäreren und offen faschistischen Version. Getreu dem Motto „Die BRD muss sterben, damit Deutschland leben kann“ schafft sich „Die Rechte“ einen Schein eines vermeintlich völlig anderen Deutschlands. Letztlich zeigt sich jedoch nur, dass Nazis nach 1945 die abenteuerlichsten Mentalkonstruktionen anstellen müssen, um sich überhaupt noch positiv mit Deutschland identifizieren zu können.
 
In Abgrenzung zu dem Motto „70 Jahre BRD – Wir feiern nicht!“ kann eine emanzipatorische Perspektive auf Deutschland nur darin bestehen, die Logik der Nationalstaaten zu überwinden und eine alternative Gesellschaft zu entwickeln, in der das gute Leben für alle möglich ist. Auch wenn BRD und Drittes Reich nicht identisch sind, eröffnet keines von beiden die Möglichkeit eines Lebens jenseits von Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Kapitalismus, Nationalismus, Homophobie, Transphobie, Lookismus, Ableismus und Antiziganismus. Damit verwehrt es vielen Menschen überhaupt ein Leben. Die Konstruktion eines solidarischen Lebensentwurfes, welche über eine nationalistische Logik hinausgeht, feiert Deutschland in keiner Version. In ähnlicher Weise kann die EU kein positiver Bezugspunkt linker und antiautoritärer Praxis sein. Ein Projekt, welches sich selbst zur Festung entwickeln möchte, reproduziert nationalistische Stereotype auf erweiterter Stufenleiter. Eine Deutschland und die EU aufhebende Form gesellschaftlichen Zusammenlebens kann dementsprechend nur insofern bestehen, als sie den konkreten Menschen in seiner jeweiligen Besonderheit respektiert und als eigenständiges Subjekt anerkennt und dabei nicht auf seine vermeintliche Zugehörigkeit zu Rasse, Geschlecht oder Kontinent reduziert.
 
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03.05. Gemeinsame Anreise zur Gegenkundgebung in Dorstfeld

Die Neonazis von der Kleinstpartei „Die Rechte“ befinden sich im Wahlkampf für die Europawahl 2019. Ihr Wahlkampf ist geprägt von Provokationen und massivem Antisemitismus. So ist beispielsweise Ursula Haverbeck ihre Spitzenkandidatin. Während die Neonazis davon sprechen für Haverbecks Meinungsfreiheit und Freilassung zu kämpfen, sitzt die ältere Frau wegen der wiederholter Leugnung der Shoa im Gefängnis.

Gestern morgen klopfte die Polizei bei Michael Brück an und durchsuchte seine, sowie die Räumlichkeiten der Partei in Dortmund-Dorstfeld. Es geht um den Verdacht des Wahlbetrugs bei 12 Stimmen, die „Die Rechte“ für die Zulassung zur Europawahl brauchte. Wie zu erwarten, kündigten die Neonazis kurze Zeit später eine Demonstration an, die heute Abend stattfinden soll.

Dagegen regt sich Protest. Das antifaschistische Bündnis „BlockaDo“ ruft ab 19 Uhr zum Gegenprotest auf dem Wilhelmplatz in Dorstfeld auf. Damit alle sicher zu der Gegenkundgebung kommen, reisen wir gemeinsam nach Dorstfeld: Der Treffpunkt ist um 18.15 Uhr an der U-Bahnstation Leopoldstraße.

Keine Solidarität mit Neonazis!
Gegen antisemitische Hetze!

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Anreise zur revolutionären Vorabenddemo in Bochum

Zum vierten Mal rufen Bochumer Antifaschist*innen zur gemeinsamen Vorabenddemo in Bochum auf. Unter dem Titel „Organisiert gegen Europas Rechtsruck“ soll die Wut gegen die gesamtgesellschaftliche Zustände auf die Straße getragen – entschlossen und solidarisch.

Um gemeinsam nach Bochum zu fahren, treffen wir uns am 30. April um 17.25 Uhr am Dortmunder Hbf Nordausgang (vor Cinestar).

Weitere Infos zum Tag, sowie den Aufruf findet ihr hier.

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Gemeinsame Anreise zum 01.Mai nach Duisburg

Hier findet ihr alle Städte aus denen es eine organisierte Anreise nach Duisburg zu den Aktionen am 1. Mai geben wird. Der Treffpunkt für alle Duisburger*innen ist um 11.30 Uhr an der Bahnhofsvorplatte, seid unbedingt pünktlich!

Nach den Aktionen geht es dann gemeinsam zu einer Demo nach Hochfeld (1. Mai – Der Tag der Solidarität). Wer nicht an den Aktionen teilnehmen möchte oder kann, kann ab 14.30 Uhr zur Auftaktkundgebung an der Pauluskirche in Hochfeld kommen.

Die gemeinsame Anreise aus Dortmund trifft sich um 10.20 Uhr am Nordausgang am Hauptbahnhof (vor Cinestar).

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Prozessbeobachtung am 11.04.2019

Am Donnerstagmorgen, den 28.03.2019, hat der Prozess gegen den Neonazi Steven Feldmann am Amtsgericht Dortmund begonnen. Feldmann werden zahlreiche Körperverletzungen und die Verwendung von nationalsozialistischen Symbolen vorgeworfen. Seit dem Herbst sitzt er in Untersuchungshaft. 
Beim Prozessauftakt erschienen über 20 Neonazis bauten schnell eine Drohkulisse gegenüber den Antifaschist*innen, die gekommen waren, um den Prozess und die von Feldmanns Gewalt betroffenen Zeug*innen zu begleiten. Weitere Infos zum ersten Prozesstakt findet ihr hier.
 
Am 11.04. geht der Prozess von Feldmann weiter und es ist wieder damit zu rechnen, dass Neonazis anreisen, eine rechte Drohkulisse aufbauen und die Zeug*innen einschüchtern, sodass sie nicht gegen den Angeklagten aussagen möchten oder können. Deswegen rufen wir dazu auf, den Prozess zu begleiten. Dafür treffen wir uns am 11.04. um 8 Uhr vor dem Amtsgericht Dortmund (Gerichtsstraße 22).
 
 
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Unser Feminismus bleibt antifaschistisch!

Im Folgenden veröffentlichen wir unseren Redebeitrag, den wir auf der Demo vom antifaschistischen Bündnis BlockaDo am 23.03.2019 in Dortmund-Westerfilde gehalten haben.

Contentwarning: Im Text werden antifeministische Postionen von Rechten, sowie sexualisierte Gewalt thematisiert. Es werden keine detallierten Beschreibungen vorgenommen.

In Dortmund versuchen die Nazis, sich vor allem im westlichen Teil der Stadt breitzumachen. Dazu gehören nicht nur der weitbekannte Stadtteil Dorstfeld oder der Stadtteil Marten, der vor kurzem erst aufgrund einer rechten Demonstration in den Medien heiß thematisiert wurde, sondern eben auch Westerfilde. Die hier aktiven Nazis sind zum einen die Nazis der „Aktionsgruppe Dortmund West“. Dabei handelt es sich um eine Gruppe junger Nazis, die in Westerfilde das „Ghetto des Dortmunder Westens“ sehen. Zum anderen sind auch die Nazis der Partei „Die Rechte“, die regelmäßig Infostände auf dem Westerfilder Marktplatz durchführen, hier aktiv. Erst gestern veranstalteten diese beiden Gruppen in Kooperation miteinander eine Kundgebung, die sich gegen die heutige Demonstration, aber auch gegen vermeintliche „Masseneinwanderung“ und eine angebliche „Ghettoisierung“ Westerfildes richtete.

Ein weiterer Vorwand, um in Westerfilde zu stehen, war eine versuchte Vergewaltigung in dieser Gegend. Unter dem Vorwand, Frauen „beschützen“ zu wollen, verteilten sie daraufhin Pfefferspray an Passantinnen. Doch wenn Nazis sich für die Rechte von Frauen* einsetzen, hat das wenig mit echtem Interesse an den Belangen der Frauen* zu tun.

Befasst man sich näher mit der Ideologie der „Aktionsgruppe Dortmund West“ und der Partei „Die Rechte“, wird schnell deutlich, dass das Weltbild der Nazis ein Angriff auf das Leben vieler Menschen hier in Westerfilde darstellt und keine Unterstützung beinhaltet. Dieser Angriff richtet sich hierbei gegen alle, die in den Augen der Nazis von der Norm des „gesunden Deutschen“ abweichen. Dazu gehören einerseits Geflüchtete und von Rassismus betroffene Menschen, andererseits auch Trans*, Inter*, homosexuelle Menschen und viele mehr. Kurzum alle Menschen, die nicht in eine Vorstellung einer „arischen“ Familienidylle passen. Darüber hinaus sind ebenfalls Frauen* der Unterdrückung durch Neonazis und Rechte ausgesetzt. So gebe es eine klare Hierarchie zwischen den zwei herbeiphantasierten Geschlechtern. Der Mann stehe über der Frau. Die Frau gehöre dabei an den Herd, solle den Mann bei der Arbeit den Rücken stärken und ansonsten solle sie eine Gebärmaschine sein, die den deutschen Volkskörper erhält.

Gleichzeitig versuchen eben jene Rechte, vermeintlich feministische Belange aufzugreifen, um ihre rassistische Hetze zu vermarkten. Sie wollen die angeblich schwächeren weißen Frauen* schützen und behaupten, dass Täter meist People of Color seien. Durch das Fortschreiten des Rechtsrucks finden sich solche rassistischen, schlichtweg falschen Bilder zunehmend im öffentlichen Diskurs wieder. So wird spätestens seit 2015 sexualisierte Gewalt als etwas Importiertes, vom angeblich Fremden Ausgehendes, medial skandalisiert. Männer, die nach Deutschland kommen, sollen lernen, wie man sich hier gegenüber Frauen* verhält. Sei es Alice Schwarzer, der rassistische Mob nach Silvester 2015 oder die Dortmunder Nazis hier in Westerfilde – als Feminismus verkleideter Rassismus ist seit längerem ein stetiges Problem. Als wäre Deutschland ein Hort der Gleichberechtigung, wird so getan, als würden die angeblichen Fremden nachts draußen auf deutsche, weiße Frauen* warten. Es gibt solche Fälle und sie sind schrecklich, doch über 2/3 der Vergewaltigungen finden in den eigenen vier Wänden statt und 85% der Betroffenen kennen die Täter*innen bereits vorher. Es sind die Partner*innen, Nachbar*innen, Verwandte… Dabei sind Hautfarbe, Herkunft und Nationalität irrelevant. Es handelt sich nicht um ein importiertes Problem, sondern um Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse, das Patriarchat und eine Rape-Culture.

Die Wahrnehmung von sexualisierter Gewalt wird zunehmend rassistisch. Das Interesse an Übergriffen wächst, sobald der Täter nicht-deutscher Herkunft ist oder er als nicht-weiß gilt. Diese rassistischen Stereotype verbinden sich mit einem Bild des starken und kriegerischen Ideals des deutschen Mannes. Gewalt gegen alles, was als Fremd imaginiert wird, und eine bevormundend-autoritäre Beschützerhaltung gegenüber Frauen* sind die Konsequenzen.

Dieses Vorgehen schützt niemanden! Es ist nur der traurige Beweis, wie geduldet Rassismus in Deutschland ist. Das, was die Neonazis und rechte Hetzer*innen an den Tag legen, ist der Versuch, Frauen* für ihre Zwecke zu benutzen. Das ist kein Feminismus und vor allem ist das nicht unser Feminismus! Im Gegenteil: Vom Nazi-Stand auf dem Marktplatz in Westerfilde, über die AfD in den Parlamenten bis hin zu Menschen, die meinen, die Frau* gehöre nur zu Kind und Herd – Antifeminismus ist ein wichtiges Bindeglied zwischen klassischen Nazis, Akteur*innen des Rechtsrucks und der konservativ-liberalen Gesellschaft. Auch deswegen oder gerade dagegen sind wir heute hier.

Dass diese Instrumentalisierung von Frauen* Hand in Hand geht mit einer Abwertung zugeschriebener Weiblichkeit, zeigt sich auch in vielen Äußerungen der Dortmunder Nazi-Aktivist*innen. Wenn diese nicht gerade begangene oder versuchte Vergewaltigungen von Männern of Colour oder Geflüchteten skandalisieren, Pfefferspray in Westerfilde verteilen oder über den vermeintlichen Tod der deutschen Kleinfamilien trauern, hetzen sie ziemlich ungehemmt gegen die, die sie vormals angeblich beschützen wollten. So bezeichnete der Dortmunder Neonazi Matthias Drewer vor Kurzem das Frausein* als Anzeichen einer Behinderung. Sein großer Bruder Christoph Drewer wünschte 2015 Frauen*, die Geflüchtete unterstützen, Vergewaltigungen und der Neonazi Michael Brück, der hier gestern bei der Nazi-Kundgebung eine Rede hielt, freute sich Ende 2018 über die männliche Dominanz in der Partei „Die Rechte“.

Man sieht, dass Neonazis und Rechte sich nur für Frauen* einsetzen, solange ihre Belange sich für rassistische und neonazistische Hetze ausschlachten lassen. Ansonsten sind ihnen Frauen* nicht nur scheißegal, sie sind sogar noch frauen*feindlich. Wir brauchen also nicht auf eine Verbesserung der Situation für Frauen* von rechts zu hoffen. Im Gegenteil: Wir müssen diese Antifeminist*innen bekämpfen. Sie stellen eine Gefahr für alle Frauen* dar. Besonders für Frauen* of Colour, Frauen* mit Behinderung, Frauen* in prekären Lebensverhältnissen und allen anderen Frauen*, die neben Sexismus noch von anderen Diskriminierungsformen betroffen sind. Ob hier in Westerfilde, in einem anderen Dortmunder Stadtteil, in Deutschland oder sonstwo – wir brauchen und wollen keinen Schutz durch Rassist*innen, Neonazis und pseudo-feministische Männerbünde. Was wir brauchen, sind solidarische Netzwerke, um gemeinsam mit FrauenLesbenTransInter* und nichtbinären Menschen für eine gesellschaftliche Veränderung zu kämpfen. Wir brauchen Empowerment, Selbstverteidigung und eigene Räume. Wir wollen niemanden, der stellvertretend für uns, unsere Rechte und unsere Interessen kämpft, sondern solidarische Unterstützung. Wir wollen selber entscheiden, wie und wofür wir kämpfen.

Im Feminismus ist kein Platz für rassistische, antisemitische, ableistische und sonstige Diskriminierung! Feminismus bleibt antifaschistisch!
Patriarchale und antifeministische Strukturen zerschlagen!
Antifa und Feminismus heißen Angriff – auch hier in Westerfilde!
Autonome Antifa 170

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PM: Rechte Drohkulisse gegen Zeug*innen im Neonazi-Prozess

Am Donnerstagmorgen hat der Prozess gegen den Neonazi Steven Feldmann am Amtsgericht Dortmund begonnen. Feldmann werden zahlreiche Körperverletzungen und die Verwendung von nationalsozialistischen Symbolen vorgeworfen. Seit dem Herbst sitzt er in Untersuchungshaft. Neonazis aus dem Umfeld der Partei Die Rechte schüchterten vor Prozessbeginn Zeug*innen ein und drängten Besucher*innen aus dem Gerichtssaal.
 
Da im Prozess gegen Feldmann auch mehrere seiner Opfer als Zeug*innen angehört werden sollten, entschlossen sich einige Antifaschist*innen dazu, den Prozess zu begleiten. Wir wollten etwas gegen eine einschüchternde Atmosphäre tun und den Opfern von Steven Feldmann beistehen, so eine der Unterstützer*innen. Doch daraus wurde nichts: Neonazis tauchten in einer Gruppe von über 20 Personen im Gericht auf, schubsten und bedrohten die anwesenden Antifaschist*innen und drängten sie vom Gerichtssaal weg. Statt gegen die aggressiven Neonazis vorzugehen, richteten sich die Justizwachtbeamt*innen gegen die Unterstützer*innen und verwiesen diese aus dem Bereich vor dem Gerichtssaal. Später wurde Nazi-Gegner*innen durch die Polizei ein Betretungsverbot für das Gerichtsgebäude ausgesprochen.
 
Kim Schmidt von der Autonomen Antifa 170 kritisiert: Die Dortmunder Justiz hat das Amtsgericht so zur national befreiten Zone gemacht. Das Gericht ließ zu, dass die Neonazis im Saal und im Gebäude eine Drohkulisse aufbauen konnten, die nicht ohne Wirkung blieb. Ein Zeuge meldete sich aus Angst ab und gab laut Richterin an, lieber ein Ordnungsgeld in Kauf zu nehmen, als vor Gericht zu erscheinen. 
 
Die Antifaschist*innen sehen hier einen neuen Vorfall in einer langen Reihe von Ereignissen, in denen die Dortmunder Justiz einen Kuschelkurs gegenüber Neonazis eingeschlagen hat. Gerade heute, 14 Jahre nach dem Mord an Thomas Schulz, werden für uns Erinnerungen wach, wie die Richter damals das politische Motiv der Tat negiert haben, so Kim Schmidt abschließend.
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Kein Handshake mit Nazis – zum Kampfsportler Nico Bergmann

Das neonazistische Kampfsport-Event „Kampf der Nibelungen“ (KdN) taucht in letzter Zeit öfter in den Medien auf. Immer mit dabei sind auch die Dortmunder Neonazis.
Vor einigen Tagen rückte dabei der Kampfsportler Nico Bergmann in den Fokus, der 2018 beim KdN antrat. Trainiert wurde er von Cristoph Drewer, der seit Jahren zum engeren Kreis der Neonazistrukturen um die Partei „Die Rechte“ gehört. Besondere Brisanz hat, dass der 24-jährige Neonazi-Kampfsportler bei der Sparkasse Dortmund arbeitet – und somit Zugang zu sensiblen Kund*innen-Daten hat. Weiterhin wirbt die Sparkasse mit dem Dorstfelder für ein duales Studium.

Es ist inakzeptabel, dass ein Neonazi Zugang zu sensiblen Daten hat. Daher fordern wir die Sparkasse auf, sich zu dem Fall zu positionieren und die Daten der Kund*innen zu schützen.

Kein Handshake mit Nazis!

Hier der Indymedia-Artikel, der am 14.03. zu Bergmann erschien:

https://de.indymedia.org/node/29940

Hier eine Auswertung des KdN 2018 und die für diesen Post verwendeten Bilder:

Der „Kampf der Nibelungen“ 2018 – Eine erste Auswertung

Hier ein Text unserer Genoss*innen der Antifa Union zu Neonazis, Kampfsport und Fußball:

http://antifaunion.blogsport.de/2018/10/29/fuer-stadt-rasse-und-verein-kampfsport-als-verbindendes-element-dortmunder-neonazis-und-hooligans-des-bvb-09/

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