Demonstration: Scheiß Nazis. Scheiß Heimat.

Antifaschistische Demo gegen Rechtsrock Konzert & Verkaufsveranstaltung der Nazis in Dorstfeld. Start: 12 Uhr Kampstraße (Ubahn).

Für den 01.08.2026 haben Neo-Nazis der Partei „Die Heimat“ ab 14 Uhr einen „großen Lagerverkauf“ in ihrem Parteibüro in der Thusneldastraße in Dorstfeld angekündigt. Als Publikumsmagnet soll die Rechtsrockband Oidoxie dienen, die ein Akustikkonzert spielen wird. Diese Veranstaltung ist Teil der Bemühungen Dortmunder Neonazis, ihre Strukturen zu reorganisieren. Wir werden ihnen dabei keine Ruhe lassen und rufen zu einer Gegendemonstration auf.

Liferstyle, Action und Netzwerken: Erlebniswelt Rechts

Die Neonazi-Szene in Dortmund braucht dringend Nachwuchs, das ist kein Geheimnis. Hochrangige Kader haben Dortmund schon seit Längerem den Rücken zugekehrt, lassen sich nur selten in der Stadt blicken oder haben das Zeitliche gesegnet. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie nun wieder gezielt um neue, vor allem junge Menschen werben.

Altbewährtes Mittel zum generieren von Zuwachs ist das Schaffen einer niedrigschwelligen Neonazi-Erlebniswelt. Über Lifestyle- und Aktionsangebote werden Gemeinschaftsgefühle erzeugt, die eine Bindung an die Szene ermöglichen. Antisemitismus, Rassismus und Queerfeindlichkeit werden über Medien wie Sticker, Musik und Bücher sowie lockere Gespräche eingetrichtert und bestärkt. Wohin die Reise geht, zeigt ein Blick auf die in der Ankündigung beworbenen Verkaufsstände:

So gehört zu den Ausstellern der „Kampf der Nibelungen“, ein Kampfsportturnier von und für Neonazis, der Nazi-Verlag „Sturmzeichen“ der unter anderem das Magazin „Nationaler Sozialismus Heute“ vertreibt und das Musiklabel „Pc-Records“, das Bands wie die „Aryan Brotherhood“ produziert.

Die Masche ist nicht neu und erinnert an Zeiten, als Neonazis noch mit „Schulhof CDs“ versuchten, Schüler*innen für ihre Ideologie zu gewinnen. „Die Heimat“ will ein extrem-rechtes Potenzial bei jungen Menschen abschöpfen, das der breiten Öffentlichkeit vor zwei Jahren während der Pride-Season ins Gesicht sprang. Da waren es Jugendliche und junge Erwachsene, die – teils gewaltsuchend – in großen Gruppen in ganz Deutschland gegen CSDs mobilisiert und demonstriert haben. Sie konnten im Zuge dessen erste Erfahrungen mit extrem-rechter Organisierung machen. Neben den monatlichen offenen Abenden in Dorstfeld, bieten größere Events wie dieser „Lagerverkauf“ die Möglichkeit den Nachwuchs mit älteren Kadern in Verbindung zu bringen. Eine Einbettung des Nachwuchs in die lokalen Strukturen dürfte längerfristiges Ziel sein.

Oldschool Nazis mit bester Verbindung zum Rechtsterrorismus

Neben dem Einkaufangebot locken die Neonazis mit einem Akustik-Konzert von „Oidoxie“, wobei es sich um eine einflussreiche Rechtsrockband handelt, die 1995 in Dortmund unter anderem von Marko Gottschalk gegründet wurde. Gottschalk war der Sänger der Band und kann als Türöffner zum Rechtsterrorismus gewertet werden. Er war Kopf der „Oidoxie Streetfighting Crew“, die ein Dortmunder Ableger des (mittlerweile verbotenen) Netzwerkes Combat 18 war. In dieser Funktion pflegte er ebenfalls Kontakte in das europaweite Netzwerk von Blood&Honour, welches in Deutschland seit den 2000ern verboten ist.

Über diese Verbindungen gelangte seine Crew an Schusswaffen, mit denen Schießübungen organisiert wurden, um sich auf einen bewaffneten Kampf vorzubereiten. Diese Gewaltfantasien wurde durch den Neo-Nazi Michael Berger in die Tat umgesetzt, als er drei Menschen ermordete. Ein weiteres Mitglied der Dortmunder Combat18-Zelle ist Robin Schmiemann. Dieser sorgte für öffentliches Aufsehen als Brieffreund von Beate Zschäpe und schritt ebenfalls zur Tat, als er zur Waffe griff und bei einem Raubüberfall einen rassifizierten Menschen so schwer verletzte, dass dieser nur mit Glück überlebte.

Dass diese Combat 18 Zelle auch Kontakte zum engsten Kreis des Nationalsozialistischen Untergrund [NSU] pflegte, kann nicht verwundern, zeigt aber besonders deutlich wie tödlich ihre Ideologie ist. Sie sprechen in apokalyptischem Duktus von einem „Rassenkrieg“,in dem mit Gewalt die „deutsche Kultur“ gerettet werden soll. Dieser Krieg richtet sich gegen die moderne Gesellschaft und ihre Liberalisierung.

Auch wenn Combat 18 sowie das Blood & Honour Netzwerk bereits in den 2000er Jahren verboten wurden, sind ihre Anhänger*innen noch da. Sie sind weiterhin vernetzt und arbeiten aktiv an der Verbreitung ihrer wahnhaften Weltansichten. Dass Marko Gottschalk mit seiner Band auf einem Event spielt, das gezielt junge Menschen ansprechen soll, ist brandgefährlich. Wir als Antifaschist*innen können und werden das nicht hinnehmen.

Bring them Down!

Wir werden am 01.08. lautstark gegen die Nazis sowie ihre antisemitische, rassistische, sexistische und queerfeindliche Ideologie protestieren. Ihr vermeintlicher „Nazi-Kiez“ ist schon lange nicht mehr das, was er mal war und wir kämpfen weiter dagegen: Bis auch das letzte Haus, die letzte Nazi-WG leer ist.

Also, kommt zur Demo! Wir treffen uns um 12 Uhr an der U-Bahn-Haltestelle Kampstraße und laufen aus der Innenstadt durch den Dortmunder Westen zum Wilhelmplatz in Dorstfeld. Bringt thematisch passende Transparente und Schilder mit, lasst National- und Territorialflaggen Zuhause und zeigt mit uns zusammen laut und entschlossen, dass wir die Nazis nicht dulden, denn für uns ist eins klar:
Scheiß Nazis.
Scheiß Heimat.

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