Wir dokumentieren im Folgenden den Redebeitrag, den die Frauen unserer Gruppe bei der Frauenkampftag-Demo des Feministischen Kollektivs Dortmund am 08.03.2020 gehalten haben:
Wir sind die Frauen der Autonomen Antifa 170 und wollen euch kurz was von uns erzählen – als Frauen in der Antifa. Denn ja: Uns gibt es. Auch wenn es leider immer wieder Verwirrungen gibt: „Sind in der Antifa nicht nur cisMänner?“
Natürlich stellen Antifa-Gruppen oft nicht die perfekte Umsetzung einer vielfältigen Zusammenarbeit dar – nicht nur in Bezug auf Feminismus. Das heißt aber nicht, dass man Antifa als Club weißer, junger cisMänner verteufeln und alle anderen Personen ignorieren sollte. Dieser Blick macht uns als Frauen in der Antifa unsichtbar und dagegen wollen wir heute laut werden.
Wir wollen hier einmal in aller Deutlichkeit sagen: Antifa und Feminismus gehören zusammen. Rechte Ideologien stellen einen Angriff auf das Leben aller Menschen dar. Dazu gehören auch Frauen, Lesben, Trans, Inter und nicht binäre Personen. Wir wehren uns gegen die rassistische und antisemitische Vorstellung der arischen Familie, in der die Frau keine andere Möglichkeit bekommt als Hausarbeit und Kinderkriegen. Und überhaupt wehren wir uns gegen die absurde Phantasie, es gäbe nur zwei Geschlechter.
Was wir auch betonen wollen: Es gibt keinen Feminismus von rechts. Wenn Nazis und andere Rechte behaupten, sich für Frauen einzusetzen, ist das schlichtweg Bullshit. Rechten geht es nicht um die Stärkung von Frauenrechten. Sie schließen explizit Frauen aus. So sind beispielsweise Schwarze Frauen, Frauen mit Behinderung oder Transfrauen ausgeschlossen. Außerdem fordern Nazis mitnichten ein Selbstbestimmungsrecht für Frauen. Es geht ihnen weiterhin um eine männerdominierte Fremdbestimmtheit. Um es eindeutig zu formulieren: Frauen werden in rechten Ideologien unterdrückt. Rechte benutzen Frauen nur dazu, ihre eigene Ideologie zu verbreiten, z. B. wenn die Dortmunder Nazis jede Übergriffigkeit skandalisieren, die von einem nicht-weißen Mann durchgeführt wurde. Sie versuchen die rassistische Erzählung, Sexismus sei ein importiertes Problem, zu stärken. Ja, solche Fälle gibt es und das ist scheiße, aber ein Großteil der sexualisierten Übergriffe finden durch Personen im Bekanntenkreis statt. Das hat nichts, aber wirklich gar nichts mit der Herkunft, dem Aussehen oder sonstigen oberflächlichen Kategorien zu tun, sondern ist eine Folge von patriarchalen Herrschafts- und Machtstrukturen. Im Feminismus ist kein Platz für Rassismus. Und genauso wenig für antisemitische, transfeindliche, ableistische oder sonstige Diskriminierung.
Eine feministische Perspektive ist ein wichtiger Bestandteil für eine umfassende Analyse und Kritik rechter Ideologien. Feminismus gehört damit zum Kern der antifaschisten Arbeit, die wir alltäglich leisten. Doch es geht über eine theoretische Auseinandersetzung hinaus. Natürlich sehen sich Antifaschistinnen auch im Konkreten mit Nazis konfrontiert – bei Demonstrationen, vor Gericht oder auf der Straße. Frauen, wie auch Lesben, Trans, Inter und nicht-binäre Menschen müssen Nazis also immer wieder Paroli bieten, und zwar nicht immer nur verbal.
Wir als Frauen der Autonomen Antifa 170 wollen rechten Angriffen entgegentreten, egal, ob auf der Straße, in den Parlamenten oder sonstwo in der Gesellschaft. Tun wir uns zusammen, organisieren uns und kämpfen gemeinsam, entschlossen und solidarisch gegen Antifeminismus und das gesamte Patriarchat!
Da wir hier am Nordmarkt sind, haben wir noch eine kleine Anmerkung. Da vorne, an den Bänken nahe des Diakonie-Kiosks, sitzen regelmäßig Nazis wie Dirk Klaszczyk und Heike Jungwirth mit ihren rechten Freund*innen. Sie gehen regelmäßig Personen an, die sie als links wahrnehmen. Wenn sie das Gegenüber als Frau lesen oder gar nicht erst einordnen können, sind die sexistischen Sprüche nicht weit. Das lassen wir uns nicht gefallen.
Antifa heißt auch, keine Ruhe diesen Zuständen! Wir kämpfen gemeinsam gegen rechte und antifeministische Strukturen. Seien es die Nazis auf der Straße, die AfD besonders im Hinblick auf die Kommunalwahl im September oder eine x-beliebige andere rechte Struktur.
Patriarchale und antifeministische Strukturen zerschlagen!
Antifa und Feminismus bedeuten Angriff!
Frauen der Autonome Antifa 170



















































Seebrücken-Transparent mit den Namen vom im Mittelmeer Ertrunkenen (Seebrücke-Demo 2019)
AM 8.2. IST UNSERER GROSSER GRIECHENLAND-AKTIONSTAG #WIRHABENPLATZ.
GEMEINSAM FORDERN WIR DIE SOFORTIGE EVAKUIERUNG VON KINDERN UND JUGENDLICHEN AUS GRIECHISCHEN LAGERN!
Deutsche Städte wollen bis zu 250 Kinder holen – Berlin blockiert. Das nehmen wir nicht hin!!
Seebrücke Dortmund beteiligt sich mit einer Tour zu den Abgeordneten von Land- und Bundestag, die in Dortmund ihre Büros haben.
14:00 bis 16:00 Uhr
Die Tourpunkte:
Gutenbergstraße 68, 44139 Dortmund
Königswall 8, 44137 Dortmund
Schwanenstraße 30, 44135 Dortmund
Brüderweg 10-12, 44135 Dortmund
Reinoldikirche, Seite zum Westenhellweg
Wir werden dort symbolisch eine Nachricht der Seebrücke hinterlassen. Einen Appell an die Verantwortlichen
Dortmund möchte Jugendliche und Kinder aus den griechischen Camps aufnehmen. Der Bundestag lehnt nach halbstündiger Aussprache mit den Stimmen der CDU Und SPD gegen die Stimmen der Linksfraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Aufnahme ab. – das können wir nicht hinnehmen.
Anja Sportelli von der SEEBRÜCKE Dortmund sagt: „Während Bundesinnenministerium und Bundesregierung auf eine europäische Lösung warten, signalisierten zahlreiche Bundesländer, Städte und Kommunen in den vergangenen Wochen Aufnahmebereitschaft. Die humanitäre Notlage auf den griechischen Inseln könnte somit sofort beendet werden.“
Wenn die AfD, CDU/CSU, FDP und SPD einen entsprechenden Antrag mit dem Verweis, zuerst eine europäische Lösung finden zu wollen, im Bundestag ablehnen, ignorieren sie die unmenschliche Situation auf den griechischen Inseln, und schieben die Verantwortung an die EU ab, welche sich in der Frage der Migrationspolitik aber schon seit Jahren auf keine gemeinsame Politik einigen kann.
„Das Drama auf den griechischen Inseln spielt sich jetzt ab, es bleibt keine Zeit auf langwierige europäische Lösungen zu warten. Die Bundesregierung muss jetzt sofort mit einer Aufnahme ihrer humanitären Pflicht nachkommen.“ sagt Paul Gerhard Stamm.
„Mit dem Aktionstag zeigen wir, dass die Zivilgesellschaft nicht länger bereit ist der humanitären Notlage auf den griechischen Inseln einfach nur zuzuschauen. Für die Bundesregierung und das Bundesinnenministerium ist es jetzt an der Zeit zu handeln anstatt zu verhandeln!“ führt Joachim Spehl von der SEEBRÜCKE DORTMUND die Forderungen aus.
Die SEEBRÜCKE ist eine breite zivilgesellschaftliche Bewegung, die sich für die zivile Seenotrettung, für sichere Fluchtwege und für die dauerhafte Aufnahme von geflüchteten Menschen in Deutschland einsetzt.