Am heutigen Samstag demonstrierten in Dortmund–Dorstfeld rund 130 Antifaschist:innen bei einer Kundgebung gegen eine Nazi-Mahnwache auf dem Wilhelmplatz. Mit dem deutlichen Protest gegen die Nazis konnte wiedereinmal gezeigt werden, dass der Mythos des „Nazi-Kiez“ immer weiter bröckelt. Auf der Abreise kesselte die Polizei einige Antifaschist:innen und warf ihnen Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz vor. Für die Organisator:innen ein vorgeschobener Grund. Trotzdem sprechen die Antifaschist:innen von einer gelungenen Aktion.
„Wir haben heute deutlich gezeigt, dass wir Dorstfeld nicht den Nazis überlassen und an der Seite der Dorstfelder:innen stehen, die unter den Nazis leiden“, resümiert Kim Schmidt, Pressesprecherin des Gegenprotestes. Mit lauten Rufen, Transparenten und Lautsprecherdurchsagen brachten die Demonstrierenden ihren Protest zum Ausdruck. „Über den gesamten Kundgebungsverlauf hat sich die Polizei immer neue Dinge überlegt, die sie gegen die Antifa-Kundgebung anzubringen versuchte. Von zu lauten Boxen, über die Mützen der Teilnehmenden, bishin dazu, dass die Kundgebung nicht wie vorab bestätigt auf der Armininusstraße stehen durfte“, kritisiert Schmidt.Weiterlesen →
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10.00 Uhr: gemeinsame Anreise nach Dorstfeld. Treffpunkt: U-Bahn Leopoldstraße
10.30 Uhr: Antifa-Kundgebung am Mahnmal für die Synagoge
10.30 Uhr: AK gegen Rechtsextremismus auf dem Wilhelmplatz
11.00 Uhr: Nazi-Kundgebung auf dem Wilhelmplatz (laut eigener Aussage)
13.12 Uhr: Anreisetreffpunkt zur „Wer hat, der gibt“-Demo in Witten (Hbf Nord vor Cinestar)
16:00 Uhr: Anarchistische 1. Mai Demonstration. Startpunkt: Westpark
Achtung! Nazis fahren vermutlich mit der S1 um 11:59 Uhr Uhr von Dorstfeld nach Essen West.
Am Nordpol bekommt ihr von 16 bis 21 Uhr kalte Getränke zum Mitnehmen (Münstraße 99).
Ermittlungsausschuss: 0152 187 19 390
Ruft dort an, wenn ihr Festnahmen beobachtet oder Festgenommen wurdet. Meldet euch auch, wenn ihr wieder freigekommen seid. Nennt Name, Geburtstag und Tatvorwurf. Mehr nicht! Keine Beschreibung, was passiert ist oder wer sonst dabei war.
Falls ihr festgenommen werdet: Redet nicht mit den Cops und unterschreibt nichts. Wenn sie sagen, dass das zu eurem Vorteil ist, ist das gelogen!
Weitere Infos zu (Anti-)Repression bekommt ihr bei der Roten Hilfe.
Am Samstag ist der 1. Mai, Kampftag der Arbeiter:innenbewegung. Wir rufen euch auf, mit uns auf die Straße zu gehen, sowohl für das Gute Leben als auch gegen Neonazis, die einmal mehr an diesen Tag Hass und Hetze verbreiten wollen.
Bereit am Vormittag werden wir nach Dorstfeld gehen und dort den Nazis entgegentreten, die eine Kundgebung auf dem Wilhelmplatz angemeldet haben. Wir werden deutlich machen, das Ihr Mythos vom Nazikiez, also einem Viertel, in dem die Faschos die Vorherrschaft hätten, ein Hirngespinnst ist. Kommt pünktlich um 10:00 Uhr zur Ubahnhaltestelle Leopoldstraße, wir fahren gemeinsam nach Dorstfeld, wo um 10:30 Uhr unsere Kundgebung beginnt. Weiterlesen →
Veröffentlicht unterAktion|Kommentare deaktiviert für Gegen Nazis und für die Befreite Gesellschaft – Heraus zum 1. Mai!
Unser Redebeitrag zum Thema Pressefreiheit und den Problemen mit „Querdenken“ und der Polizei von der Kundgebung „Gegen Corona-Leugung, Verschwörungsideologien und Antisemitismus“ am 25.04.2021 auf dem Hansaplatz, Dortmund:
Die selbsternannten Querdenker:innen kämpfen angeblich für Meinungs- und auch Pressefreiheit. Dass diese Behauptung wenig mit der Realität zu tun hat, wird nicht zuletzt daran deutlich, dass Journalist:innen immer wieder unter Beifall anderer Querdenker:innen auf ihren Demos angegriffen werden. Was auf einige vielleicht zunächst widersprüchlich wirkt, ist nur folgerichtig, wenn man eines bedenkt: Ein zentrales Merkmal der Bewegung sind Verschwörungserzählungen. Ihre Mitglieder sind überzeugt, im Besitz der Wahrheit zu sein und irgendeinen großen Betrug aufgedeckt zu haben, machen aber die Erfahrung, dass ihr Unsinn in seriösen Medien nicht aufgegriffen wird. Und so wird die Presse schnell zum Teil einer großen Verschwörung phantasiert. Die Berichte passen nicht zu dem, was sich Querdenken als Berichterstattung wünscht? Das kann laut den Verschwörungsgläubigen nur daran liegen, dass die Presse gelenkt ist. Vom Staat oder direkt von geheimen Mächten und verschworenen Eliten. Wer hier an Antisemitismus denkt, liegt ganz richtig.
Etwa 150 Menschen demonstrierten am Abend in Dortmund gegen die Ausgangssperren und für einen solidarischen Lockdown der Wirtschaft. Die Demonstration zog vom Dortmunder U durch die Innenstadt und über die Münsterstraße zum Nordmarkt.
In Parolen und Megafondurchsagen forderten die Demonstrant:innen eine Umkehr in der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie. Statt einer repressiven Politik gegen die Bevölkerung mit zweifelhafter Wirksamkeit sollten Industrie und Wirtschaft endlich ihren Anteil zur Bewältigung der Lage beitragen. In Anlehnung an die Kampagne „Zero Covid“ solle für mehrere Wochen die Produktion umfassend eingestellt werden, um die Infektionszahlen auf null zu reduzieren und im Anschluss zu kontrollieren, statt von einer Welle in die nächste zu stolpern. Scharfe Kritik äußerten die Demonstrant:innen auch an der Querdenker-Bewegung, gegen deren Proteste sie sich scharf abgrenzenten.
Die Polizei war von der spontanen Demonstration offenbar reichlich überrascht und begleitete die Versammlung über weite Teile nur mit einer Handvoll Beamten. Erst als der Protestzug auf die Mallinckrodtstraße einbog, trafen weitere Polizeikräfte ein, die jedoch auch nur noch beobachten konnten, wie sich die Demonstration am Nordmarkt zerstreute.
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Die Autonome Antifa 170 ruft zum Protest gegen die angekündigte Kundgebung der corona-verharmlosenden Organisation „Querdenken“ auf, die aktuell durch die Stadt verboten ist. Der Gegenprotest trifft sich unabhängig von dem Verbot um 14 Uhr am Alten Markt.
Das Verbot der Stadt kann vor dem Gericht noch gekippt werden. „Auch unabhängig davon, ob das Verbot bestand hat, werden wir gegen Corona-Leugnung, Pressefeindlichkeit und antisemitische Verschwörungserzählungen protestieren, die Kern von ‚Querdenken‘ sind“, betont Kim Schmidt, Pressesprecherin der Autonomen Antifa 170. „Die Bewegung Querdenken zeigt, dass sie sich oft nicht von Verboten abschrecken lässt und die Polizei hat gezeigt, dass sie oft nicht gewillt ist, Verbote durchzusetzen“. Im vergangenen Jahr demonstrierten Corona-Leugner:innen unter Beteiligung von Neonazis trotz Verbot durch Dortmund.
„Wir verlassen uns nicht auf Stadt und Polizei. Die Gegenwehr gegen Corona-Leugnung, Verschwörungsideologien und Antisemitismus muss aus antifaschistischen und zivilgesellschaftlichen Bewegungen kommen“, so Schmidt. „Wir rufen dazu auf, am Sonntag um 14 Uhr in die Innenstadt zu kommen, um gegen die rechtsoffene bis rechte Bewegung einzutreten“. Ab 14 Uhr ist eine antifaschistische Gegenkundgebung auf dem Alten Markt angemeldet. Die Kundgebung von „Querdenken“ sollte um 15 Uhr am Hansaplatz starten.
Die Bewegung „Querdenken“ fällt immer wieder durch Fakenews über und Verharmlosung der Corona-Pandemie und durch starke Ablehnung gegenüber der Presse auf. Journalist:innen wurden bereits mehrfach bei der Berichterstattung angegriffen.
Bei Rückfragen stehen wir Journalist:innen gerne zur Verfügung.
Mail: aa170@riseup.net
Twitter: @afa170
Instagram: autonome_antifa_170
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Gut Ding will Weile haben, könnte man sagen. Vor fast einem Jahr haben wir in Kooperation mit der Antifa Werne einen Beitrag für das Radio Nordpol zu politischem Aktivismus unter Lockdown-Bedingungen geschrieben. Dann kamen erste Lockerungen, der “Lockdown light” kam und nun steht die dritte Welle an.
Also wurde dieser wunderbare Beitrag aus der Schublade geholt. Neben der Dokumentation damaliger Gedanken bietet der Beitrag auch weiterhin nützliche Anstöße, um in den möglicherweise noch kommenden Lockdowns weiterhin politisch aktiv bleiben zu können (und schicke Samples).
Am Nordfriedhof in Dortmund gedenken wir der ermordeten Arbeiter:innen der Roten Ruhrarmee, die von der Reichswehr und rechten Freikorps nach dem Einmarsch nach Dortmund vom 6. April 1920 ermordet wurden. Geschickt wurden diese von der SPD–Regierung, um das Ruhrgebiet von den geschaffenen Arbeiter:innenräten „zu befreien“.
Doch wie kam es überhaupt dazu?
Am 13.03.1920 versuchten nationalistische Putschisten unter General Walter von Lüttwitz, Erich Ludendorff und Wolfgang Kapp die 1919 gebildetete Regierung in Berlin zu stürzen. Unterstützt wurden sie von großen Teilen der Reichsarmee, Freikorps und der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP). Der „Kapp-Putsch“ genannte Putschversuch scheiterte, nachdem Gewerkschaften und verschiedene linke Parteien zum Generalstreik aufgerufen hatten. Es wurde der größte Generalstreik der deutschen Geschichte.
Am selben Tag enstanden auch im Ruhrgebiet Protestbewegungen und Demonstrationen gegen den Putsch, in deren Folge es Bestrebungen gab, selbst Städte im Ruhrgebiet zu übernehmen.
Die bewaffnete Rote Ruhrarmee schafft es so in vielen Städten schnell, die Freikorps zu besiegen – wie in Dortmund beispielsweis am 17.03.1920. In großen Teilen des Ruhrgebiets übernahmen Arbeiter:innenräte die Macht. Bis Ende März wurde das ganze Ruhrgebiet erobert. Die Bewegung der Arbeiter:innenräte war dabei von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich. Als der Aufforderung der SPD-geführten Regierung nicht nachgekommen wurde, die besetzten Gebiete wieder der Weimarer Regierung zu übergeben, schickt die Regierungunter den sog. „Sozialdemokraten“ Hermann Müller und Reichspräsident Friedrich Erbert die Reichswehr ins Ruhrgebiet. Teile dieser waren auch schon am rechten „Kapp-Putsch“ vom 13.03 beteiligt gewesen.Weiterlesen →
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Unser Redebeitrag über die negativen Konsequenzen der kontinuerlichen Verhamlosung rechter und rechtsterroristischer Strukturen, den Morden an Thomas Schulz und Mehmet Kubaşik sowie den Dortmunder Verbindungen zu „Combat 18“ – gehalten auf der Kundgebung zum Gedenken an Thomas Schulz am 28.03.:
Foto: erinnern verändern dortmund
Als Antifa-Gruppe sehen wir es als unsere Aufgabe,immer wieder zu betonen: Nazis sind gefährlich. An Tagen wie heute wird uns wieder schmerzlich bewusst, was das bedeutet.
Wir gedenken heute Thomas Schulz.
Denn die Gefahr, die von Nazis ausgeht, hat immer wieder reale Konsequenzen. Für mindestens 213 Menschen war diese in der Bundesrepublik tödlich. Betroffen von den Morden sind noch viel mehr. Rechte Gewalt ist in diesem Land alltäglich und reicht von Pöbeleien in der U-Bahn über Morddrohung und Schläge bis eben hin zum Mord.
Diese Gefahr, die von Nazis ausgeht, wird dabei immer wieder relativiert. Auch um das Jahr 2005 ignorierten Stadt, Polizei und Zivilgesellschaft die Gefahr, die von Nazis ausgeht. Dortmund habe kein Naziproblem, hieß es damals aus der Stadtspitze. Doch der Mord an Thomas Schulz ist nicht aus dem Nichts passiert. Er wurde in einer Zeit begangen, in der es immer wieder Angriffe von Neonazis auf Menschen gab, die ihnen als Feindbild gelten. Es war die Zeit, als sich die Kameradschaft „Nationaler Widerstand Dortmund“ gründete und die „Skinhead-Front Dortmund Dorstfeld“, zu der auch der Mörder gehörte, durch hemmungsloses und gewalttätiges Verhalten auffiel.
Die politische Einstellung des Mörders war klar. Seine Motivation eigentlich auch: Er erstach Thomas Schulz, nachdem dieser ihn auf rechte Parolen ansprach. Im Anschluss feierte die Nazi-Szene den Mord an dem 31-jährigen. Ein eindeutig politischer Mord. Das Gericht ignorierte diesen Fakt: Der Mord wurde als unpolitisch gewertet.Weiterlesen →
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Unser Redebeitrag zum geplanten Versammlungsgesetz NRW, gehalten auf der Kundgebung von #NoVersGDo am 27. März 2021:
Foto: Radio Nordpol
Vor etwa drei Jahren sind wir gemeinsam mit vielen anderen Menschen in NRW und bundesweit auf die Straße gegangen. Damals haben wir gegen die skandalösen Entwürfe für neue Polizeigesetze, die in fast allen Bundesländern aufkamen, unseren Widerstand organisiert. Die NRW-Landesregierung setzte schon damals ein Statement mit ihrem Entwurf, der in seiner Härte sogar noch das bayrische „Polizeiaufgabengesetz“ übertraf. Diesen Kurs setzt schwarz-gelb nun fort und zieht das Tempo in Richtung autoritärem Polizeistaat im letzten Jahr ihrer Amtsperiode noch einmal deutlich an.
Doch warum ist die Regierung der Meinung, dass es ein solches Gesetz überhaupt braucht?
Der neue Entwurf soll vermeintlich die „Verharmlosungen des NS-Regimes verhindern“.Klingt ja erst einmal nach einer guten Sache. Zumindest wenn man außer Acht lässt, dass Verbote in der Vergangenheit doch eher mäßige bis gar keine Erfolge gegen rechtes Gedankengut zeigten. Mit der Partei „Die Rechte“ und ihrer verbotenen Vorgängerorganisation, dem „Nationalen Widerstand Dortmund“, haben wir hier in Dortmund ja ein recht prominentes Beispiel dafür.
Aber wie soll dieses Ziel nun mit dem neuen Versammlungsgesetz erreicht werden?
Dazu müssen wir ein wenig in den Entwurf selbst einsteigen, genauer in den § 19, „Symbolträchtige Orte und Tage“. In diesem steht sinngemäß geschrieben, dass Versammlungen verboten werden können, wenn sie an einem Ort wie z.B. Gedenkstätten stattfinden. Oder wenn sie an einem Tag stattfinden sollen, der zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus‘ vorgesehen ist.
Verglichen mit dem aktuellen Versammlungsgesetz ist es jedoch nichts anderes als blanker Hohn, dies als Fortschritt gegen NS-Verharmlosung verkaufen zu wollen.Denn im aktuellen Gesetz findet sich zwar – Anders als im Entwurf – keine explizite Erwähnung bestimmter Daten als Grund für ein mögliches Verbot. Trotzdem können Versammlungen an bestimmten Orten schon jetzt verboten werden. Nach der aktuellen Rechtslage steht der Schutz der Würde der Opfer dabei im Mittelpunkt. Im neuen Gesetz wird hingegen lieber der „Erhalt des öffentlichen Friedens“ fokussiert.
Es scheint also weniger um den Kampf gegen Rechts zu gehen, als um eine weitere Maßnahme, um gegen Versammlungen vorzugehen. Wir betonen nochmal: Verbote reichen nicht. Nazis muss man nicht nur am 27.01. oder 09.11. bekämpfen, sondern auch an jedem anderen Tag.
Was dieser Gesetzentwurf stattdessen macht: Proteste gegen Nazis verhindern.Weiterlesen →
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