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Acht Jahre nach der Selbstenttarnung des NSU – #Kein Schlusstrich
[Diese Demonstration wird organisiert im Rahmen vom offenen Antifatreff, welcher sich anlässlich der montäglichen Nazidemos gegründet hat]
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Polizei Dortmund versucht Demo mit Täuschung in Seitenstraßen abzudrängen
(Die Pressemitteilung wurde um 15:15 Uhr online gestellt. Die kursiv gedruckte Passage wurde um 16.30 Uhr nachträglich eingefügt, um die Pressemitteilung zu aktualisieren.)
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Erfolgreiche Proteste gegen Demomarathon der Nazis
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دعوة للتظاهر:
[Unseren Aufruf zur Demonstration am 2.11 gibt es jetzt auch auf arabisch!]
ما هو تونسبرغ؟
في نهاية شهر أغسطس ، تم افتتاح متجر الملابس “تونسبيرج” في وسط مدينة دورتموند. يبيع هذا المتجر ملابس ماركة ثور شتاينار – ماركة ملابس يوزعها النازيون للنازيين الأخرين. العلامة التجارية مثيرة للجدل وخاصة في أجزاء كثيرة بالنسبة للمتطرفين اليمين ، حيث أن الشركة التي تقف وراء العلامة التجارية ميدياتكس Mediatex تنتج خارج البلاد في براندنبورغ Brandenburg. ومع ذلك لديها البهجة وتتمتع بشعبية كبيرة في الدوائر اليمينية ذات الصلة. وهي تمثل علامة الملابس التجارية الأكثر شهرة للنازيين.
على الرغم من المظهر غير الواضح اليوم ، فإن ثور شتاينار يلعب عن عمد مع الإيديولوجيات اللاإنسانية والرجعيات التاريخية بوضوح. بالإضافة إلى الرموز الأسطورية الشعبية ، هناك العديد من الدوافع التي ترتبط إيجابيا بالاشتراكية الوطنية والحرب العالمية الثانية والتاريخ الاستعماري الألماني. بالإضافة إلى ذلك ، يتم تأييد مصطلح الذكورة الخام وتمجيد العنف. هناك شيء واحد واضح: أي شخص يرتدي شتاينار يريد أن يكون معروفًا كجزء من المشهد اليميني. هذا يجعل ارتداء العلامة التجارية ميزة تعريف الهوية للنازيين. تم تصميم استراتيجية الشركة بأكملها أيضًا للوصول إلى العملاء في المنطقة الرمادية ومنحهم فرصة ليتمركزو ولكن بشكل واضح لليمينيين . تتماشى محاولة تسويق النازيين الجدد مع ارتداء أزياء الشارع العادية جنبًا إلى جنب مع تطبيع وجهات النظر العالمية اللاإنسانية ، مما يشكل خطراً على أولئك الذين لا يلائمون النظرة العالمية لليمين المتطرف. لا سيما مع بيع الملابس يتم فيها وضع مبالغ كبيرة من المال في خزائن اليمين المتطرف.
ماذا يعني هذا بالنسبة لدورتموند؟
نازيي دورتموند الحائمين حول أصغر حزب حزب اليمين يعتمدون بشكل إيجابي على هذا المتجر . قاموا بالإعلان عن المتجر عند إفتتاحه وفي أول تجمع ضد المتجر ، قاموا باستعراض واضح أمام المتجر لحمايته بصوت عالٍ. لأن هذا المتجر في دورتموند له معنى خاص للمشهد النازي في ألمانيا الغربية: مع الافتتاح الجديد في دورتموند ، يكون متجر ثور شتاينار الوحيد في ألمانيا الغربية. دورتموند لديها الآن نقطة جذب أخرى لليمين المتطرف. هذه المرة في وسط وسط المدينة. يوضح هذا ويعزز ليس فقط مكانة دورتموند في المشهد النازي على مستوى البلاد ، ولكن أيضًا بمثابة نقطة انطلاق. نتيجة لذلك ، سيكون النازيون الجدد في وسط المدينة بشكل متزايد – ليس فقط لشراء الملابس ، ولكن أيضًا للتواصل والمشاركة. إنهم يشكلون خطراً خاصاً على كل أولئك الذين يعتبرون النازيين معارضين لهم. وبالتالي ، يكون متجر ثور شتاينر ليس آخر شي يفهم استفزازا ومعلناً للقتال.
يعد الاستحواذ على العقارات في دورتموند وتأجيرها أيضًا جزءًا من معركة اليمين. إنه يتعلق بإنشاء أجتماعات والخلوات المناسبة. دورتموند لديها تاريخ طويل من هذه المشاريع. من المركز الوطني السابق في شارع راينيشه شتراسه Rheinische Straße ، من خلال الشقق المشتركة في بعض شوارع دورستفلد Dorstfeld إلى تأسيس شركة عقارية خاصة بها من قبل النازي Matthias Deyda.
ما العمل؟
لا يمكن للنازيين في دورتموند أن ينتشروا دون أي إزعاج ، لكنهم يواجهون مرارًا وتكرارًا الاحتجاج المضاد المستمر. لم يقتصر الأمر على أن المتجر تم تعليمه بلون فحسب ، بل استضاف أيضًا تحالف العمل المناهض للفاشية بلوكادو BlockaDO تجمعًا أسبوعيًا لأكثر من شهر ، حيث احتج مناهضو الفاشية والمجتمع المدني والسكان المحليين جميعهم في الشوارع وخلال ذلك تكلموا مع بعضهم البعض . ولكن هذا ليس كل شيء: طالما حاول النازيون القتال من أجل مكان لهم ، فإن مهمتنا هي منع ذلك!
مظاهرتنا هي واحدة من العديد من اللبنات الأساسية لجمع الاحتجاجات المناهضة للفاشية وجعلها قوية في الشارع. دعونا لا ندع النازيين ليتوسعو في دورتموند ولا ندع لهم الشعور بالراحة. دعونا نقاتل معا للتأكد من أن هذا المتجر سيصبح تاريخاً.
انتيفا تبقى عمل يد!
أغلق متجر ثور شتاينار!
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Aufruf: Thor Steinar dichtmachen!
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Redebeitrag: Klimabewegung & Antifa
[Gehalten am 20.09. bei der Fridays for Future Demo in Schwerte & am 29.11. in abgewandelter Form bei der Demo von FFF-Dortmund]
Gehalten am 20.09. bei der Fridays for Future Demo in Schwerte.
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Vom Borsigplatz bis zum Hafen – gegen Rassismus auf die Straßen!
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Antisemitismus und Rassismus töten!
Kundgebung nach Anschlag in Halle.
Katharinentreppen, 18:00 Uhr
In Halle an der Saale hat heute mindestens ein bisher unbekannter Täter oder Täterin zwei Menschen getötet. Der Täter versuchte, in die Synagoge einzudringen und erschoss einen Menschen auf offener Straße. Auch in einem Dönerimbiss wurde eine Person ermordet. Die mutmaßlich mehreren Angreifer_innen waren offenbar umfassend vorbereitet, Videobilder zeigen einen Menschen in Kampfanzug, Helm und mit einer großen Schusswaffe.
Zur Stunde sind die genaue Motivation und die Hintergründe noch unklar. Doch: Das Attentat fällt auf Yom Kippur, den höchsten Feiertag von Jüd_innen in aller Welt. Wir wollen gerade deshalb ein Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen von antisemitischer und rassistischer Gewalt setzen.
Kommt um 18:00 zur Katharinentreppe gegenüber des Dortmunder Hauptbahnhofs.
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Erklärung zu den zwölf angekündigten „Montagsdemonstrationen“ der Partei „Die Rechte“
Wir dokumentieren hier das Flugblatt von „Antifaschist*innen aus Dortmund“:
Zum vierten Mal innerhalb kürzester Zeit marschierten am Montag, dem 7. Oktober 2019, Neonazis aus dem Umfeld der Partei „Die Rechte“ durch die migrantisch geprägte Dortmunder Nordstadt. Die Splitterpartei hat angekündigt, bis zum 23. Dezember jeden Montag weitere Aufmärsche in der Nordstadt durchführen zu wollen. Wir wollen dies zum Anlass nehmen, einige grundlegende Punkte in Bezug auf den Umgang mit rechten Versammlungen im Stadtteil und ausbleibender Solidarität mit den betroffenen Anwohner*innen anzusprechen.
Am 20. September verkündete Polizeipräsident Gregor Lange: „Wir werden streng darauf achten, dass unsere vielfältigen Auflagen zum Schutz der Bevölkerung vor Hass und rechter Hetze minutiös eingehalten werden. Bei Verstößen werden wir konsequent einschreiten!“ Die Nazidemonstration solle „nicht an die Gedenkstätte Steinwache, nicht an den Gedenkstein für das NSU-Opfer Mehmet Kubaşık, nicht an den Nordmarkt und auch nicht an den Mehmet-Kubaşık-Platz“ führen.
Zehn Tage später, am 30. September 2019, interessiert das die Einsatzleitung und Polizeiführung anscheinend nicht mehr. Entgegen den zuvor getätigten Verlautbarungen der Polizei wurden die Neonazis vor ihrer Demonstration sehr wohl am Mahnmal und an der Steinwache vorbeigeleitet. Die Route der Demonstration führte in unmittelbarer Nähe über die Münsterstraße am Mehmet-Kubaşık-Platz vorbei. Mit antisemitischen Parolen wie „Nie wieder Israel“ und „Palästina hilf uns doch – Israel gibt es immer noch!“ konnten Neonazis der Partei „Die Rechte“ an Rosch Ha-Schana (dem jüdischen Neujahrsfest) und dem Jahrestag des Massakers von Babyn Jar durch Dortmund ziehen. Unbehelligt blieben seitens der Polizei auch rassistische Parolen wie z.B. „Abschieben, Abschieben!“ in Richtung von Personen am Rande der Demonstration. Bei den Demonstrationsteilnehmer*innen handelt es sich um Neonazis, die zum Teil seit Jahrzehnten rechte Terrorkonzepte propagieren. Der mutmaßliche Deutschland-Sprecher des rechten Netzwerks Combat 18 trug bei der Demonstration am 30. September das Frontbanner.
SITZBLOCKADEN SIND SCHÖN, WENN SIE NICHT STÖREN
Nachdem die Nazidemo am 20. September um einen Blockadenparcours herum durch die Nordstadt geführt werden musste, sah sich die Polizeiführung vor der ersten Montagsdemo der Nazis am 30. September dazu veranlasst, sich etwas grundsätzlicher zu ihrem Umgang mit Blockaden zu äußern. Die Nordstadtblogger berichteten:
Daher werde die Polizei auch nicht gegen friedliche Sitzblockaden vorgehen. Denn einen Handlungsbedarf dagegen gebe es nur, wenn daraus versammlungsrechtlich „grobe Störungen“ entstünden – das wäre eine Straftat. „Wenn eine Umgehung möglich ist, ist kein Straftatbestand erfüllt“, macht Lange deutlich.“
Wer dachte, dass sich nun etwas ändern könnte, wurde enttäuscht. Eine Sitzblockade am 30.9. etwas abseits der Route in der Schützenstraße wurde halbwegs in Ruhe gelassen. Schon der Ansatz einer Sitzblockade an der Helmholtz-Schule auf der Route vor der Nazidemo wurde ohne Vorwarnung brutal von der Straße geräumt. Wie mit einer handvoll Leuten die obere Münsterstraße so blockiert werden kann, dass „keine Umgehung möglich ist“, wird das Geheimnis der Einsatzleitung bleiben. Eine Sitzblockade am 7.10. in der Schützenstraße wurde mit dem Vorwurf des Landfriedensbruchs belegt, nachdem die Nazidemo direkt an ihr vorbei geleitet wurde.
Die polizeitaktische Zurückhaltung von öffentlich relevanten Informationen im Vorfeld verbunden mit dem Schweigen von Zivilgesellschaft und Politik führt dazu, dass die Grundproblematik der Aufmärsche („Rassisten provozieren im migrantischen Viertel“) als rein ordnungspolitisches Problem verhandelt wird und die Nordstadt für den taktischen Erfolg in Dorstfeld (dem medienwirksamen Übermalen der „Nazikiez“-Graffitiwand) geopfert wird. Die Polizeiführung betonte, dass die Reaktionen der Nazis „einkalkuliert“ worden seien und man nun nur „hoffe“, dass nicht durch „linke Gewalt“ die Nazis mehr Aufmerksamkeit bekommen, als sie verdienen. Nun sorgte aber nicht die „linke Gewalt“ für die Aufmerksamkeit über Dortmunds Stadtgrenzen hinaus, sondern die Tatsache, dass einmal mehr Neonazis mit offen antisemitischen und rassistischen Parolen geschützt durch mehrere Hundertschaften der Polizei auf Dortmunds Straßen hetzen durften.
Die alte Strategie des Aussitzens und Herunterspielens rechter Umtriebe erfährt eine taktische Aktualisierung mit dem gleichen Ergebnis: Eshilft nichts. Was die immer wieder von der Polizei vorgetragene „Null-Toleranz-Strategie gegen Rechts“ wert ist, muss daran gemessen werden, dass sie rassistischen Hetzer*innen zum Spaziergang durch das migrantische Viertel den roten Teppich ausrollt und daran, dass antisemitische Parolen auf Dortmunds Straßen Realität sind.
FAILED STATE DORTMUND (NORDSTADT)
Bemerkenswert im Zusammenhang mit den Naziaufmärschen in der Nordstadt ist das nahezu vollständige Ausbleiben einer Positionierung von Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und anderen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen. Die „professionellen“ Antifaschist*innen, die vor allem dann lautstark ihren Kampf gegen Rechts feiern, wenn sie irgendwo ein Transparent in eine Kamera halten können, hüllen sich zu all dem in Schweigen. Öffentlichkeitswirksame konzertierte Aktionen wie das Übermalen von Nazigraffiti werden hervorgehoben, der antifaschistische Protest in der belebten Dortmunder Innenstadt wird dagegen öffentlich unterstützt.
Die Presse berichtet zunächst kaum und hat ohnehin keine Reichweite hin zur mehrheitlichen Bevölkerung der Nordstadt. Ein großer Teil der Menschen im Stadtviertel weiß überhaupt nichts davon, dass bis zum 23. Dezember jeden Montag ein Ausnahmezustand im Stadtviertel droht undNeonazis direkt vor ihrer Tür hetzen dürfen. Von den Parteien des Bezirks gibt es kein einziges Statement dazu, dass in dem von ihnen regierten Stadtteil innerhalb von drei Monaten 15 Naziaufmärsche stattfinden sollen. Wieso überhaupt noch kommunal wählen (sofern wahlberechtigt) bzw. sich engagieren, wenn den Stadtteil also allein die Polizei regiert? Angesichts des gesellschaftlichen Rechtsrucks und der anhaltenden Bedrohung durch rechten Terror fragen wir uns: Wo bleibt die Solidarität mit den Nordstadtbewohner*innen und den migrantischen Communities?
WIE WEITER?
Sowohl die Eröffnung des Nazi-Modeladens in der City, als auch die Aktion der AfD im Dietrich-Keuning-Haus und die Nazi-Demos, konnten positiv gewendet werden. Am Thor-Steinar-Laden „Tønsberg“ in der Innenstadt gab es einen gelungenen mehrwöchigen Kampagnenauftakt, der sich zu einem sozialen, spektrenübergreifenden Treffpunkt des antifaschistischen Dortmund etabliert hat. Bei der AfD gab es breiten Protest, der trotz unterschiedlicher Ziele dazu geführt hat, dass die Veranstaltung nicht unwidersprochen verlaufen konnte.
Jeder Aufmarsch der Nazis in der Nordstadt ist zur Zeit die Gelegenheit, Dinge auszuprobieren, die Selbstorganisation von Gruppen, Zusammenhängen und Mobilisierten etwas besser hinzubekommen und am Ende eine viel höhere Dynamik auf der Straße zu erreichen. Neu ist dabei, dass der Kontakt zu Anwohner*innen sich deutlich verbessert hat und einen guten Anteil am Protest einnehmen: von gelangweilten Kids, die Rassist*innen hassen und sich darauf freuen, dass an den nächsten Montagen „mal was los ist“ zu spontanen Beteiligungen an Sitzblockaden.
Wir werden daran weiter festhalten und uns auch für die potentiellen weiteren Aufmärsche jedes Mal etwas einfallen lassen. Wir sind dabei auf Unterstützung von außen angewiesen. Wir möchten uns hier schon bedanken: Danke für #dankeantifa und all diejenigen, die uns von immer wieder auf vielfältige Weise unterstützen, sei es durch ihren Zuspruch oder aktiv auf der Straße. Wir wünschen uns eine noch breitere Unterstützung, sollte es in den nächsten Wochen zu weiteren Aufmärschen kommen.

Gemeinsam gegen Neofaschismus & Rechtspopulismus!
Gemeinsam gegen Rassismus & Antisemitismus!
Zusammenhalten gegen den Rechtsruck.
Antifaschist*innen aus Dortmund, Oktober 2019
Diese Erklärung wurde verfasst von Personen, Gruppen, Zusammenhängen und Läden, die im Rahmen der Proteste gegen Nazis in der Nordstadt aktiv sind.
Weitere Infos https://dab.nadir.org
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Redebeitrag: Rechter Raumkampf
Liebe Freund*innen, Genoss*innen, Mitstreiter*innen, Mitdemonstrierende,
wir möchten als Antifa-Gruppe einen Blick auf eine ätzende Variante von Freiraumkämpfen werfen – konkret: Es geht um rechten Raumkampf. Denn nicht nur linke, alternative und irgendwie emanzipatorische Bewegungen haben ein Interesse an Stadtteilarbeit und an der Gestaltung ihres Viertels. Auch Rechte und Neonazis üben sich in ihrer eigenen Version vom Kampf um den öffentlichen Raum. Und wie so häufig, wenn es um Neonazis geht, hat Dortmund davon eine ganze Menge zu bieten.
Obwohl wir davon ausgehen, dass wir hier alle diesbezüglich derselben Meinung sind, möchten wir direkt zu Beginn klarstellen: Wie auch in allen anderen Bereichen ist bei dem Thema keine Zusammenarbeit mit Rechten möglich! Wer glaubt, im Stile einer Querfront mit Neonazis gegen Aufwertung und Verdrängung arbeiten zu können, wird schnell merken, dass ein solcher Schuss immer nach hinten losgehen muss. Während die Konzepte, für die wir streiten, mit Schlagworten wie “Stadt für alle” betitelt werden, heißt die logische Konsequenz jeder stadtteilpolitischen Aktivität von Neonazis “national befreite Zone”. Neonazis geht es nicht darum, Verdrängung zu problematisieren, sondern um die Verdrängung “der Anderen”. Sie wollen alle verdrängen, die in ihren Volksgemeinschaftsträumen keinen Platz haben.
Dass diesen Vorstellungen schnell auch Taten folgen, zeigen nicht zuletzt all die Angriffe von Neonazis auf besetzte Häuser, Protestcamps von Geflüchteten, alternative Zentren und Projekte. Als beispielsweise im August 2014 in Dortmund die Albertus-Magnus-Kirche besetzt wurde, versuchten direkt am nächsten Tag rund 40 Neonazis das Soziale Zentrum anzugreifen.
Rechter Raumkampf ist also sowohl eine praktische Gefahr als auch bereits auf der theoretischen Ebene ein Hindernis für alle, die sich für solidarische Viertel, für autonome, soziale und kulturelle Stadtteilzentren und so weiter einsetzen. Die schlechte Nachricht ist: Auch Neonazis bedienen sich in ihrem Raumkampf unterschiedlicher Strategien. Immer geht es ihnen darum, Angsträume zu schaffen. Menschen das Gefühl zu vermitteln, sich auf dem Territorium der Neonazis zu bewegen. Die paar Straßenzüge, die von den Neonazis, aber auch vielen ihrer Gegner*innen oft zum “Mythos Dorstfeld” und zum “Nazi-Kiez” umgedeutet werden, zeigen exemplarisch das Ergebnis jahrelangen rechten Raumkampfs und seiner Wahrnehmung.
Vollgestickerte, -plakatierte und mit schwarz-weiß-roten Graffiti besprühte Straßenzüge sind eine Strategie. Das unmittelbare Präsenzzeigen im öffentlichen Raum, das Einschüchtern oder sogar Angreifen von augenscheinlichen Migrant*innen, Linken, Jüd*innen oder LesbianGayBiTransInterQueer-Personen ist eine andere. Mittelfinger gehen raus an den Neonazi Steven Feldmann, der für genau diese Art von Raumkampf derzeit im Knast in Dortmund sitzt. Mittelfinger gehen auch raus an Dirk Klaszcyk, der hier am Nordmarkt regelmäßig säuft und Linke angeht.
Doch bereits der Neonazi, der mit seinem Thor Steinar-Shirt an der Bushalte steht, praktiziert eine Raumnahme. Er signalisiert seinen Kamerad*innen, dass sie sich hier offen zu ihrer Ideologie bekennen können und seinen Gegner*innen, dass hier ein Neonazi keine Angst zu haben braucht, sich als solcher zu erkennen zu geben.
Apropos Thor Steinar: Mit dem Laden im Brüderweg 15 gibt es jetzt eine Thor-Steinar-Filale in der Dortmunder Innenstadt. Die Marke ist dabei mehr als nur eine Marke für nordisch anmutende Alltagsklamotten. Dahinter verbirgt sich eine Marke von und für Neonazis. Der Thor-Steinar-Laden ist der einzige in Westdeutschland und damit ein besonderer Anziehungspunkt für Neonazis aus ganz NRW. Er steigert das Prestige der Dortmunder Rechten in der bundesweiten Naziszene und dient Neonazis in der Innenstadt als Anlaufpunkt – und nicht zuletzt als Provokation und Kampfansage an alle ihre Gegner*innen.
Der Erwerb und die Anmietung von Immobilien sind in Dortmund Teil rechten Raumkampfs. Es geht um die Schaffung rechter Anlaufpunkte und Rückzugsräume. Dortmund hat eine lange Geschichte solcher Unternehmungen. Vom ehemaligen Nationalen Zentrum auf der Rheinischen Straße über die Nazi-WGs in einigen Straßen Dorstfelds bis zur Gründung einer eigenen Immobilienfirma durch den Neonazi Matthias Deyda.
Das klang jetzt alles etwas düster, aber wir haben auch eine gute Nachricht: All das müssen wir nicht tatenlos hinnehmen. Rechte Aufkleber und Graffiti können wir verschwinden lassen. Wenn Neonazis versuchen, sich am Nordmarkt oder anderswo breitzumachen, können wir dagegen auf unterschiedliche Art und Weise mobilmachen. Und wir können Neonazis aus rechten Immobilien jagen und dort eigene Projekte großziehen. Proteste wie die Kundgebung gegen den Thor-Steinar-Laden am vergangenen Montag sind nur ein Mittel von vielen, um Neonazis in ihrem Raumkampf anzugreifen. Immer dort, wo antifaschistische und emanzipatorische Praxis stark ist, können Rechte weniger Einfluss nehmen. Stehen wir gemeinsam solidarisch gegen rechte Provokationen und Angriffe. Unterstützen wir all jene, die von rechter Gewalt betroffen sind. Geben wir den Neonazis keinen Raum. Was also ohnehin sinnvoll ist, erfüllt obendrein auch einen praktischen Nutzen: Die Vernetzung von Freirauminitiativen und stadtteilpolitischen Projekten mit der antifaschistischen Bewegung und die Ergänzung ihrer Perspektiven sind schonmal ein guter Schritt auf dem Weg zur befreiten Gesellschaft. Denn diese Perspektive ist eine von selbstverwalteten Städten, die jenseits von Verdrängung und Zwang zum Konsum ein Zusammenleben ermöglichen, die die Bedürfnisse der Bewohner*innen in den Vordergund rücken und nicht die endlose Verwertung des Kapitals. Denn ein nazifreies Viertel ist noch lange kein solidarisches Viertel.
Kämpfen wir gemeinsam für das Gute Leben für alle!
Rechten Raumkampf unmöglich machen!
Wohnungslosigkeit und Verdrängung angreifen!
Für eine Stadt für Alle!
Autonome Antifa 170
(Tanzdemo „Träume unter Asphalt“ 07.09.2019)
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