Antisemitismus und Rassismus töten!

Kundgebung nach Anschlag in Halle.

Katharinentreppen, 18:00 Uhr

In Halle an der Saale hat heute mindestens ein bisher unbekannter Täter oder Täterin zwei Menschen getötet. Der Täter versuchte, in die Synagoge einzudringen und erschoss einen Menschen auf offener Straße. Auch in einem Dönerimbiss wurde eine Person ermordet. Die mutmaßlich mehreren Angreifer_innen waren offenbar umfassend vorbereitet, Videobilder zeigen einen Menschen in Kampfanzug, Helm und mit einer großen Schusswaffe.
Zur Stunde sind die genaue Motivation und die Hintergründe noch unklar. Doch: Das Attentat fällt auf Yom Kippur, den höchsten Feiertag von Jüd_innen in aller Welt. Wir wollen gerade deshalb ein Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen von antisemitischer und rassistischer Gewalt setzen.

Kommt um 18:00 zur Katharinentreppe gegenüber des Dortmunder Hauptbahnhofs.

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Erklärung zu den zwölf angekündigten „Montagsdemonstrationen“ der Partei „Die Rechte“

Wir dokumentieren hier das Flugblatt von „Antifaschist*innen aus Dortmund“:

Zum vierten Mal innerhalb kürzester Zeit marschierten am Montag, dem 7. Oktober 2019, Neonazis aus dem Umfeld der Partei „Die Rechte“ durch die migrantisch geprägte Dortmunder Nordstadt. Die Splitterpartei hat angekündigt, bis zum 23. Dezember jeden Montag weitere Aufmärsche in der Nordstadt durchführen zu wollen. Wir wollen dies zum Anlass nehmen, einige grundlegende Punkte in Bezug auf den Umgang mit rechten Versammlungen im Stadtteil und ausbleibender Solidarität mit den betroffenen Anwohner*innen anzusprechen.

Am 20. September verkündete Polizeipräsident Gregor Lange: „Wir werden streng darauf achten, dass unsere vielfältigen Auflagen zum Schutz der Bevölkerung vor Hass und rechter Hetze minutiös eingehalten werden. Bei Verstößen werden wir konsequent einschreiten!“ Die Nazidemonstration solle „nicht an die Gedenkstätte Steinwache, nicht an den Gedenkstein für das NSU-Opfer Mehmet Kubaşık, nicht an den Nordmarkt und auch nicht an den Mehmet-Kubaşık-Platz“ führen.
Zehn Tage später, am 30. September 2019, interessiert das die Einsatzleitung und Polizeiführung anscheinend nicht mehr. Entgegen den zuvor getätigten Verlautbarungen der Polizei wurden die Neonazis vor ihrer Demonstration sehr wohl am Mahnmal und an der Steinwache vorbeigeleitet. Die Route der Demonstration führte in unmittelbarer Nähe über die Münsterstraße am Mehmet-Kubaşık-Platz vorbei. Mit antisemitischen Parolen wie „Nie wieder Israel“ und „Palästina hilf uns doch – Israel gibt es immer noch!“ konnten Neonazis der Partei „Die Rechte“ an Rosch Ha-Schana (dem jüdischen Neujahrsfest) und dem Jahrestag des Massakers von Babyn Jar durch Dortmund ziehen. Unbehelligt blieben seitens der Polizei auch rassistische Parolen wie z.B. „Abschieben, Abschieben!“ in Richtung von Personen am Rande der Demonstration. Bei den Demonstrationsteilnehmer*innen handelt es sich um Neonazis, die zum Teil seit Jahrzehnten rechte Terrorkonzepte propagieren. Der mutmaßliche Deutschland-Sprecher des rechten Netzwerks Combat 18 trug bei der Demonstration am 30. September das Frontbanner. 

SITZBLOCKADEN SIND SCHÖN, WENN SIE NICHT STÖREN

Nachdem die Nazidemo am 20. September um einen Blockadenparcours herum durch die Nordstadt geführt werden musste, sah sich die Polizeiführung vor der ersten Montagsdemo der Nazis am 30. September dazu veranlasst, sich etwas grundsätzlicher zu ihrem Umgang mit Blockaden zu äußern. Die Nordstadtblogger berichteten:

Daher werde die Polizei auch nicht gegen friedliche Sitzblockaden vorgehen. Denn einen Handlungsbedarf dagegen gebe es nur, wenn daraus versammlungsrechtlich „grobe Störungen“ entstünden – das wäre eine Straftat. „Wenn eine Umgehung möglich ist, ist kein Straftatbestand erfüllt“, macht Lange deutlich.“

Wer dachte, dass sich nun etwas ändern könnte, wurde enttäuscht. Eine Sitzblockade am 30.9. etwas abseits der Route in der Schützenstraße wurde halbwegs in Ruhe gelassen. Schon der Ansatz einer Sitzblockade an der Helmholtz-Schule auf der Route vor der Nazidemo wurde ohne Vorwarnung brutal von der Straße geräumt. Wie mit einer handvoll Leuten die obere Münsterstraße so blockiert werden kann, dass „keine Umgehung möglich ist“, wird das Geheimnis der Einsatzleitung bleiben. Eine Sitzblockade am 7.10. in der Schützenstraße wurde mit dem Vorwurf des Landfriedensbruchs belegt, nachdem die Nazidemo direkt an ihr vorbei geleitet wurde.

Die polizeitaktische Zurückhaltung von öffentlich relevanten Informationen im Vorfeld verbunden mit dem Schweigen von Zivilgesellschaft und Politik führt dazu, dass die Grundproblematik der Aufmärsche („Rassisten provozieren im migrantischen Viertel“) als rein ordnungspolitisches Problem verhandelt wird und die Nordstadt für den taktischen Erfolg in Dorstfeld (dem medienwirksamen Übermalen der „Nazikiez“-Graffitiwand) geopfert wird. Die Polizeiführung betonte, dass die Reaktionen der Nazis „einkalkuliert“ worden seien und man nun nur „hoffe“, dass nicht durch „linke Gewalt“ die Nazis mehr Aufmerksamkeit bekommen, als sie verdienen. Nun sorgte aber nicht die „linke Gewalt“ für die Aufmerksamkeit über Dortmunds Stadtgrenzen hinaus, sondern die Tatsache, dass einmal mehr Neonazis mit offen antisemitischen und rassistischen Parolen geschützt durch mehrere Hundertschaften der Polizei auf Dortmunds Straßen hetzen durften. 
Die alte Strategie des Aussitzens und Herunterspielens rechter Umtriebe erfährt eine taktische Aktualisierung mit dem gleichen Ergebnis: Eshilft nichts. Was die immer wieder von der Polizei vorgetragene „Null-Toleranz-Strategie gegen Rechts“ wert ist, muss daran gemessen werden, dass sie rassistischen Hetzer*innen zum Spaziergang durch das migrantische Viertel den roten Teppich ausrollt und daran, dass antisemitische Parolen auf Dortmunds Straßen Realität sind. 

FAILED STATE DORTMUND (NORDSTADT)

Bemerkenswert im Zusammenhang mit den Naziaufmärschen in der Nordstadt ist das nahezu vollständige Ausbleiben einer Positionierung von Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und anderen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen. Die „professionellen“ Antifaschist*innen, die vor allem dann lautstark ihren Kampf gegen Rechts feiern, wenn sie irgendwo ein Transparent in eine Kamera halten können, hüllen sich zu all dem in Schweigen. Öffentlichkeitswirksame konzertierte Aktionen wie das Übermalen von Nazigraffiti werden hervorgehoben, der antifaschistische Protest in der belebten Dortmunder Innenstadt wird dagegen öffentlich unterstützt. 

Die Presse berichtet zunächst kaum und hat ohnehin keine Reichweite hin zur mehrheitlichen Bevölkerung der Nordstadt. Ein großer Teil der Menschen im Stadtviertel weiß überhaupt nichts davon, dass bis zum 23. Dezember jeden Montag ein Ausnahmezustand im Stadtviertel droht undNeonazis direkt vor ihrer Tür hetzen dürfen. Von den Parteien des Bezirks gibt es kein einziges Statement dazu, dass in dem von ihnen regierten Stadtteil innerhalb von drei Monaten 15 Naziaufmärsche stattfinden sollen. Wieso überhaupt noch kommunal wählen (sofern wahlberechtigt) bzw. sich engagieren, wenn den Stadtteil also allein die Polizei regiert? Angesichts des gesellschaftlichen Rechtsrucks und der anhaltenden Bedrohung durch rechten Terror fragen wir uns: Wo bleibt die Solidarität mit den Nordstadtbewohner*innen und den migrantischen Communities?

WIE WEITER?

Sowohl die Eröffnung des Nazi-Modeladens in der City, als auch die Aktion der AfD im Dietrich-Keuning-Haus und die Nazi-Demos, konnten positiv gewendet werden. Am Thor-Steinar-Laden „Tønsberg“ in der Innenstadt gab es einen gelungenen mehrwöchigen Kampagnenauftakt, der sich zu einem sozialen, spektrenübergreifenden Treffpunkt des antifaschistischen Dortmund etabliert hat. Bei der AfD gab es breiten Protest, der trotz unterschiedlicher Ziele dazu geführt hat, dass die Veranstaltung nicht unwidersprochen verlaufen konnte. 

Jeder Aufmarsch der Nazis in der Nordstadt ist zur Zeit die Gelegenheit, Dinge auszuprobieren, die Selbstorganisation von Gruppen, Zusammenhängen und Mobilisierten etwas besser hinzubekommen und am Ende eine viel höhere Dynamik auf der Straße zu erreichen. Neu ist dabei, dass der Kontakt zu Anwohner*innen sich deutlich verbessert hat und einen guten Anteil am Protest einnehmen: von gelangweilten Kids, die Rassist*innen hassen und sich darauf freuen, dass an den nächsten Montagen „mal was los ist“ zu spontanen Beteiligungen an Sitzblockaden. 

Wir werden daran weiter festhalten und uns auch für die potentiellen weiteren Aufmärsche jedes Mal etwas einfallen lassen. Wir sind dabei auf Unterstützung von außen angewiesen. Wir möchten uns hier schon bedanken: Danke für #dankeantifa und all diejenigen, die uns von immer wieder auf vielfältige Weise unterstützen, sei es durch ihren Zuspruch oder aktiv auf der Straße. Wir wünschen uns eine noch breitere Unterstützung, sollte es in den nächsten Wochen zu weiteren Aufmärschen kommen. 


Gemeinsam gegen Neofaschismus & Rechtspopulismus!
Gemeinsam gegen Rassismus & Antisemitismus! 
Zusammenhalten gegen den Rechtsruck.

Antifaschist*innen aus Dortmund, Oktober 2019

Diese Erklärung wurde verfasst von Personen, Gruppen, Zusammenhängen und Läden, die im Rahmen der Proteste gegen Nazis in der Nordstadt aktiv sind.

Weitere Infos https://dab.nadir.org

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Redebeitrag: Rechter Raumkampf

Liebe Freund*innen, Genoss*innen, Mitstreiter*innen, Mitdemonstrierende,

wir möchten als Antifa-Gruppe einen Blick auf eine ätzende Variante von Freiraumkämpfen werfen – konkret: Es geht um rechten Raumkampf. Denn nicht nur linke, alternative und irgendwie emanzipatorische Bewegungen haben ein Interesse an Stadtteilarbeit und an der Gestaltung ihres Viertels. Auch Rechte und Neonazis üben sich in ihrer eigenen Version vom Kampf um den öffentlichen Raum. Und wie so häufig, wenn es um Neonazis geht, hat Dortmund davon eine ganze Menge zu bieten.

Transparent der MSA Dortmund

Obwohl wir davon ausgehen, dass wir hier alle diesbezüglich derselben Meinung sind, möchten wir direkt zu Beginn klarstellen: Wie auch in allen anderen Bereichen ist bei dem Thema keine Zusammenarbeit mit Rechten möglich! Wer glaubt, im Stile einer Querfront mit Neonazis gegen Aufwertung und Verdrängung arbeiten zu können, wird schnell merken, dass ein solcher Schuss immer nach hinten losgehen muss. Während die Konzepte, für die wir streiten, mit Schlagworten wie “Stadt für alle” betitelt werden, heißt die logische Konsequenz jeder stadtteilpolitischen Aktivität von Neonazis “national befreite Zone”. Neonazis geht es nicht darum, Verdrängung zu problematisieren, sondern um die Verdrängung “der Anderen”. Sie wollen alle verdrängen, die in ihren Volksgemeinschaftsträumen keinen Platz haben.

Dass diesen Vorstellungen schnell auch Taten folgen, zeigen nicht zuletzt all die Angriffe von Neonazis auf besetzte Häuser, Protestcamps von Geflüchteten, alternative Zentren und Projekte. Als beispielsweise im August 2014 in Dortmund die Albertus-Magnus-Kirche besetzt wurde, versuchten direkt am nächsten Tag rund 40 Neonazis das Soziale Zentrum anzugreifen.

Rechter Raumkampf ist also sowohl eine praktische Gefahr als auch bereits auf der theoretischen Ebene ein Hindernis für alle, die sich für solidarische Viertel, für autonome, soziale und kulturelle Stadtteilzentren und so weiter einsetzen. Die schlechte Nachricht ist: Auch Neonazis bedienen sich in ihrem Raumkampf unterschiedlicher Strategien. Immer geht es ihnen darum, Angsträume zu schaffen. Menschen das Gefühl zu vermitteln, sich auf dem Territorium der Neonazis zu bewegen. Die paar Straßenzüge, die von den Neonazis, aber auch vielen ihrer Gegner*innen oft zum “Mythos Dorstfeld” und zum “Nazi-Kiez” umgedeutet werden, zeigen exemplarisch das Ergebnis jahrelangen rechten Raumkampfs und seiner Wahrnehmung.
Vollgestickerte, -plakatierte und mit schwarz-weiß-roten Graffiti besprühte Straßenzüge sind eine Strategie. Das unmittelbare Präsenzzeigen im öffentlichen Raum, das Einschüchtern oder sogar Angreifen von augenscheinlichen Migrant*innen, Linken, Jüd*innen oder LesbianGayBiTransInterQueer-Personen ist eine andere. Mittelfinger gehen raus an den Neonazi Steven Feldmann, der für genau diese Art von Raumkampf derzeit im Knast in Dortmund sitzt. Mittelfinger gehen auch raus an Dirk Klaszcyk, der hier am Nordmarkt regelmäßig säuft und Linke angeht.
Doch bereits der Neonazi, der mit seinem Thor Steinar-Shirt an der Bushalte steht, praktiziert eine Raumnahme. Er signalisiert seinen Kamerad*innen, dass sie sich hier offen zu ihrer Ideologie bekennen können und seinen Gegner*innen, dass hier ein Neonazi keine Angst zu haben braucht, sich als solcher zu erkennen zu geben.

Apropos Thor Steinar: Mit dem Laden im Brüderweg 15 gibt es jetzt eine Thor-Steinar-Filale in der Dortmunder Innenstadt. Die Marke ist dabei mehr als nur eine Marke für nordisch anmutende Alltagsklamotten. Dahinter verbirgt sich eine Marke von und für Neonazis. Der Thor-Steinar-Laden ist der einzige in Westdeutschland und damit ein besonderer Anziehungspunkt für Neonazis aus ganz NRW. Er steigert das Prestige der Dortmunder Rechten in der bundesweiten Naziszene und dient Neonazis in der Innenstadt als Anlaufpunkt – und nicht zuletzt als Provokation und Kampfansage an alle ihre Gegner*innen.
Der Erwerb und die Anmietung von Immobilien sind in Dortmund Teil rechten Raumkampfs. Es geht um die Schaffung rechter Anlaufpunkte und Rückzugsräume. Dortmund hat eine lange Geschichte solcher Unternehmungen. Vom ehemaligen Nationalen Zentrum auf der Rheinischen Straße über die Nazi-WGs in einigen Straßen Dorstfelds bis zur Gründung einer eigenen Immobilienfirma durch den Neonazi Matthias Deyda.

Das klang jetzt alles etwas düster, aber wir haben auch eine gute Nachricht: All das müssen wir nicht tatenlos hinnehmen. Rechte Aufkleber und Graffiti können wir verschwinden lassen. Wenn Neonazis versuchen, sich am Nordmarkt oder anderswo breitzumachen, können wir dagegen auf unterschiedliche Art und Weise mobilmachen. Und wir können Neonazis aus rechten Immobilien jagen und dort eigene Projekte großziehen. Proteste wie die Kundgebung gegen den Thor-Steinar-Laden am vergangenen Montag sind nur ein Mittel von vielen, um Neonazis in ihrem Raumkampf anzugreifen. Immer dort, wo antifaschistische und emanzipatorische Praxis stark ist, können Rechte weniger Einfluss nehmen. Stehen wir gemeinsam solidarisch gegen rechte Provokationen und Angriffe. Unterstützen wir all jene, die von rechter Gewalt betroffen sind. Geben wir den Neonazis keinen Raum. Was also ohnehin sinnvoll ist, erfüllt obendrein auch einen praktischen Nutzen: Die Vernetzung von Freirauminitiativen und stadtteilpolitischen Projekten mit der antifaschistischen Bewegung und die Ergänzung ihrer Perspektiven sind schonmal ein guter Schritt auf dem Weg zur befreiten Gesellschaft. Denn diese Perspektive ist eine von selbstverwalteten Städten, die jenseits von Verdrängung und Zwang zum Konsum ein Zusammenleben ermöglichen, die die Bedürfnisse der Bewohner*innen in den Vordergund rücken und nicht die endlose Verwertung des Kapitals. Denn ein nazifreies Viertel ist noch lange kein solidarisches Viertel.

Kämpfen wir gemeinsam für das Gute Leben für alle!
Rechten Raumkampf unmöglich machen!
Wohnungslosigkeit und Verdrängung angreifen!
Für eine Stadt für Alle!

Autonome Antifa 170

 

(Tanzdemo „Träume unter Asphalt“ 07.09.2019)

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03.10. Gemeinsame Anreise nach Hamm

Am 03.10. machen der Haekelclub590 eine Demonstration gegen Nazistrukturen und den Rechtsruck, für eine solidarische Gesellschaft. Kommt mit nach Hamm und unterstützt die Leute dort in ihrem Anliegen. Die gemeinsame Anreise trifft sich am 03.10. um 12.20 Uhr am Dortmunder Hbf-Nordausgang (vor Cinestar).

Nachfolgend dokumentieren wir den mehrsprachigen Kurzaufruf des Haekelclubs. Einen ausführlichen Aufruf, der auf die lokale Situation in Hamm eingeht, findet ihr hier.

Kurzaufruf für die Demonstration am 3.10. in Hamm auf deutsch, englisch (english), türkisch (Türkçe), arabisch (العربية), persisch (فارسی), russisch/русский und französisch/français:

Deutsch:

Kein Raum für Nazis – Gemeinsam gegen Rechtsruck und Nazistrukturen!

In Hamm haben Nazis eine eigene Räumlichkeit. Dort machen sie immer wieder menschenverachtende Veranstaltungen. Der Nazi-Raum gehört geschlossen!

Gleichzeit gewinnen rassistische Parteien, wie die AfD in Deutschland mehr Einfluss. Dadurch wird die Situation für Geflüchtete, Migrantinnen, LGBTQI und Gegnerinnen der Rechten immer gefährlicher.

Setzen wir mit einer Demonstration am 3. Oktober um 13 Uhr an der Luisenstraße am Bahnhof gemeinsam ein Zeichen. Zusammen gegen Nazistrukturen, gegen den Rechtsruck und für eine solidarische Gesellschaft!

Demo gegen Rechts: 3. Oktober 2019 / 13 Uhr / Luisenstraße / Bahnhof Hamm Westf.

Englisch/english:

No space for Nazis-Unified against the rightward shift and Nazi structures.

In Hamm Nazis have an estate, which they regularly use for contemptous and xenophobic events. These premises should be shut down.

At the same time racist parties like the AfD in Germany expand their influence. This makes the situation for refugees, migrants, LGBTQI and other enemies of the right increasingly dangerous.

Let’s take a stance together by demonstrating on the third of October at one pm at the Luisenstraße near the train station. Together against Nazi structures, against the shift to the right and for a solidary society.

Demonstration against right: 3rd of Oct 2019 / 1pm / Luisenstraße / train station Hamm westf.

Türkisch/Türkçe:

Nasyonal Sosyalistlere yer yok – Sağ ve Nazi yapılarına karşı birlikte!

Hamm’da nazilerin kendilerine ait buluşma yerleri var. Bu buluşma yerlerinde insanlığa aykırı defalarca nefret iceren etkinlikler düzenlendi.
Nazi büroları/buluşma yerleri kapatılsın!

Aynı zamanda, AfD gibi ırkçı partiler Almanya’da daha fazla nüfuz (güç de diyebiliriz) kazanmaktadır. Bu durum mülteciler, göçmenler, LGBTQI ve aykırı düşünceye sahip olan insanlar için tehlike barındırmaktadır.

3 Ekim, saat 13:00’de Luisenstraße’de yapacağımız eylemle bu duruma karşı birlikte tavır alalım. (tren istasyonda) Nazi yapılarına ve sağ akıma karşı. Dayanışmacı bir toplum için!

Sağa karşı eylem: 3 Ekim 2019/ saat 13’de / Luisenstraße / Hamm Westf.

Arabisch/
العربية
:

لا مجال للنازيين – معاً ضد الهياكل اليمينية والنازية!

في هام النازيين لهم مساحة خاصة بهم. هناك ، يكررون الأحداث اللامبالية بالإنسانية. هذه المساحة يجب أن تغلق!

في الوقت نفسه ، تكتسب الأحزاب العنصرية مثل حزب العدالة والتنمية نفوذاً أكبر في ألمانيا. هذا يجعل الوضع بالنسبة للاجئين والمهاجرين ومثليي الجنس ومعارضي اليمين أكثر خطورة.

جنبا إلى جنب مع مظاهرة يوم 3 أكتوبر في لويسن شتراسه Luisenstr الساعة 13:00 نضع علامة معا على محطة القطارات. معاً ضد الهياكل النازية وضد اليمين ومن أجل مجتمع متضامن!

مظاهرة ضد اليمين: ٣ اكتوبر ٢٠١٩ الساعة الواحدة ظهرا محطة هام فست Hamm Westf

Persisch/
:فارسی

اينجا جاى نازى ها نيست !
باهم در مقابل فشارهاى راستگرايانه و ساختارهاى نازى ها ايستاده ميشويم !

در Hamm نازی ها مكان ها خواص خود را دارند. در آنجا آن ها مرتباً برنامه هاى غير انسانى خود را انجام ميدهند. اين مكان ها بايد بسته شوند !

در همین زمان ، احزاب نژادپرستانه مانند AfD در آلمان نفوذ بیشتری کسب می کنند. این مسئله وضعیت پناهندگان ، مهاجران ، LGBTQI و مخالفان راست را خطرناک تر می کند.

بيايد باهم با يك حركت مدنى بزرگ و تظاهرات در برابر ساختارهای نازی ، علیه راستگرایان و برای یک جامعه همبسته گردهماى كنيم !
زمان :
03. Oktober 2019 /13 Uhr
مكان:
Luisenstraße / Bahnhof Hamm Westf.

Russisch/русский

Нет места для нацистов – вместе против правых и нацистских структур!

В Хамме у нацистов есть своё помещение, где они устраивают собрания, тематика которых направлена против мирного населения. Это помещение должно быть закрыто!

В то же время расистские партии, такие как АфД, приобретают все большее влияние в Германии. Это делает ситуацию для беженцев, мигрантов, ЛГБТКИ и противников правого движения более опасной.

Демонстрацией, которая состоится 3 октября в 13 часов на Луизенштрассе возле вокзала (Luisenstraße am Bahnhof), мы хотим выразить наше отношение к происходящему. Вместе против нацистских структур, против правых и за солидарное общество!

Демонстрация против правых состоится: 3 октября 2019 в 13 часов по адресу Luisenstraße / Bahnhof Hamm Westf.

Französisch/français

Pas d’espace pur les Nazis!
Tous ensemble contre le déplacement politique vers la droite et les structures extrèmes droites!

À Hamm, les Nazis ont des locaux où ils organisent des évènements inhumains. Cet espace Nazi doit être fermé!

En même temps, les parties rassistes comme na AFD gagnent de plus en plus pouvoir en Allemagne.
Ainsi, la situation des réfugiés, les migrants, les LGBTQI et les Anti-Nazis devient plus douteux.

Alors, allons définir un signe contre les structures extrèmes droites, contre le déplacement politique vers la droite

et pour une société solidaire-
avec la MANIFESTATION
le 3ème octobre
à 13 heures
à la gare, Luisenstraße.

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Neonazi-Demo durch Polizeigewalt ermöglicht!

Am 30.09. fand die erste von zwölf angekündigten Montagsdemonstrationen der Neonazis in der Nordstadt statt. Es ist das dritte Mal in kürzester Zeit, dass die Dortmunder Neonazis durch das migrantisch geprägte Viertel gelassen wurden. Auch dieses Mal fanden sich viele Leute zusammen, um gegen den rechten Aufmarsch zu protestieren.
 
Gleichzeitig fand gegenüber dem Neonazi-Bekleidungsgeschäft „Tönsberg“ im Brüderweg eine BlockaDO-Kundgebung statt, bei der mit kurzen Videos über Neonazis und die von ihnen ausgehende Gefahr informiert wurde. Dies war bereits die fünfte Kundgebung an einem Montag in Folge. 
 
Am veröffentlichten Antifa-Treffpunkt versammelten sich rund 100 Leute, um ihren Protest auf die Straße zu tragen. Zahlreiche Gegendemonstrant*innen und Anwohner*innen stießen im späteren Verlauf des Abends zum Gegenprotest hinzu. Nahe des Auftaktkundgebungsorts der Neonazis kam es zu zwei Sitzblockaden in der Kurfürsten- und in der Schützenstraße, wodurch die Demonstration erschwert wurde. Nur dadurch, dass die Polizei die Nazis direkt an einer Sitzblockade vorbeigeleitet hat, wurde die Demostration ermöglicht. Die Blockaden lösten sich auf, nachdem die Neonazis vorbeigelaufen waren, und begleiteten den weiteren Demozug. Dadurch kam es immer wieder zu lautstarken Gegenprotesten und Störversuchen.
 
Durch ein massives Polizeiaufgebot konnte der rechte Demonstrationszug durchgesetzt werden. Eine versuchte Sitzblockade in der Münsterstraße räumte die Polizei ohne Vorankündigungen mit Schlagstockschlägen auf Kopfhöhe und Knebelgriffen. Eine Person erlitt eine Kopfverletzung. „Das aggressive Auftreten und die angewandte Gewalt der Polizei war unangemessen. Dass die Polizei diese Mittel anwendet, um Neonazis einen Weg durch die Nordstadt zu bahnen, ist ein erschreckendes Zeichen“, so Kim Schmidt, Pressesprecherin der Autonomen Antifa 170. Bereits im Vorhinein hatte die Polizei die Route der Neonazis nicht bekannt gegeben, sodass Anwohner*innen nicht rechtzeitig Bescheid wussten, was am Abend vor ihrer Haustür passierte. „Die Neonazis hetzen immer wieder gegen die Bewohner*innen der Nordstadt. Es wäre das Mindesteste, die Menschen rechtzeitig zu informieren“, so Kim Schmidt. In den Tagen vor dem Naziaufmarsch hatten Antifaschist*innen mit Flyern über den Aufmarsch informiert.
 
„Wir haben heute wiederholt zeigen können, dass die Nordstadt rechte Hetze nicht widerstandslos hinnimmt. Das werten wir als Erfolg“, resümiert Kim Schmidt. „Die Nazis können nur mit einem massiven Polizeiaufgebot durch die Nordstadt laufen. Die Route wurde wieder einmal durch aggressiv auftretende Polizeibeamt*innen ermöglicht.“
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30.09. Gegen die Nazi-Demo in der Nordstadt

DEUTSCH
 
Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,
 
am Montag, dem 30.09., wollen Neonazis eine Demonstration durch die Nordstadt machen und treffen sich dazu ab 19:00 Uhr am Arbeitsamt. 
Wir wollen uns auch treffen und zeigen, dass das Viertel keinen Bock auf rassistische Hetze hat. Kommt um 18:00 Uhr zum Platz vor der St.-Joseph-Kirche auf der Münsterstraße/beim KIK! Seid laut, erzählt es weiter! Gegen Rassismus in der Nordstadt! Gegen Faschismus überall!
 
ENGLISCH
 
Dear neighbours,
On monday September 30th neo-Nazis want to rally through the Nordstadt. We also want to meet and show that the quarter has no desire for racist agitators.
Come to the St. Joseph church at The Münsterstraße at 18.00h! Be loud, tell others! Against racists in the Nordstadt! Against fascism everywhere!
 
 
FRANZÖSISCH
 
Chers voisins, cheres voisines,
Ce lundi le 30.9.2019 des Neo-nazis habitant à Dortmund ont le plan de manifester à travers la Nordstadt. Laissons nous montrer que ce voisinage n‘a pas besoin de ce dénigrement raciste. Venez à la place de l’église St. Joseph dans la rue Münsterstraße à 18.00h! Soyez forts, soyez bruyants! Contre le racisme! Contre le fascisme! Ici et partout!
 
RUSSISCH:
    
Дорогие Сограждане.
 
В понедельник, 30.9., неонацисты планируют провести демонстрацию, которая состоится в 19:00 и пройдёт от Арбайтсамта через весь Нордштадт.
 
Если Вам не безразличны Ваша судьба, будущее Ваших детей и нашего с Вами города – скажем НЕТ РАСИЗМУ И ТРАВЛЕ. Поддержите нас и наше движение! Расскажите об этом своим друзьям и знакомым и приходите вместе на акцию протеста против расизма в Нордштадт! Против фашизма на всей земле!
Мы встречаемся в 18:00 на площади возле церкви святого Йозефа (адрес на немецком). 
 
Мы ждем и надеемся на Вашу поддержку!  ХВАТИТ МОЛЧАТЬ!
 
TÜRKISCH
 
Sevgili çevre sakinleri,
30 Eylül Pazartesi günü faşistler Nordstadtda yürüyüş düzenleyecekler. Faşistlerin buluşma noktasi Arbeitsamtın önü, saat aksam 7’de olacak. Gelin hep beraber faşistlere karsi dayanismada bulunalim.
Onlara bu Semte ait olmadıklarını ve hadlerini bildirelim. Saat aksam 6’da Münsterstraße meydanında, KİK’in önünde görüşmek üzere. Fasizime karsı herzaman ve heryerde!
 
 
ARABISCH
 
أحبائنا الجارات والجيران، 
يوم الإثنين ٣٠.٠٩ يريد النازيين التظاهر شمال دورتموند وشوف يلتقون الساعة السابعة مساء عند الجوب سنتر.
نحن نريد أيضا أن نجتمع ونريهم أن هذه المنطقة لا ترحب بالتحريض العنصري. تعالو بعد الساعة السادسة إلى المكان بالقرب من شارع كنيسة جوزيف. الكنيسة اللتي في شارع العرب منستر شتراسه قرب كيك. إرفعو أصواتكم وأخبرو الآخرين! ضد العنصرية في شمال المدينة! ضد الفاشيّة في كل مكان.
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26.09. Rechte Strukturen in Hamm

In unserer Nachbarstadt Hamm gibt es eine aktive und vernetzte Neonazi-Szene. In ihren eigenen Räumlichkeiten im Kentroperweg 18, den sie selber als Zuchthaus bezeichnen, finden immer wieder verschiedenste Veranstaltungen mit Gästen aus ganz Europa statt. Vor allem für Musikveranstaltungen steht der Raum immer wieder zur Verfügung. Hamm kann damit als RechtsRock-Hotspot in NRW bezeichnet werden. Erst am 17.08. spielte beispielsweise mit „Snöfrid“ aus Schweden eine Band mit internationalen Blood&Honour-Verbindungen (weitere Infos hier). Es gibt also einiges über Hamm zu berichten. Am kommenden Donnerstag kommen daher Hammer Antifaschist*innen nach Dortmund, um über die Situation in ihrer Stadt zu berichten:

26. September um 19 Uhr im Nordpol in Dortmund (Münsterstraße 99, 44145 Dortmund)

Ein weiterer Vortrag in Hamm findet am Freitag statt: 27. September um 19 Uhr ver.di Geschäftsstelle in Hamm (Bismarckstraße 17, 59065 Hamm)

Der Schwerpunkt der Vorträge wird auf einer Vorstellung der organisierten Neonazistrukturen und dessen Räumlichkeiten, dem „Zuchthus“, in Hamm liegen, jedoch wird auch über den lokalen Kreisverband der AfD sprechen.

Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!

 

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Neonazis auf Umwegen in der Nordstadt

Blockade auf der Schillerstraße – Photo: Korallenherz

Mit fünf Sitzblockaden reagierten Anwohner_innen und Antifaschist_innen auf eine Demonstation von etwa 70 Neonazis in der Nordstadt. Über Seitenstraßen und mit langwierigen Wartezeiten wurde der rechte Aufmarsch durch das Viertel geschleust, weil die geplante Route immer wieder versperrt war.

Geplant war der Aufmarsch mit einer Route über Kurfürsten-, Mallinckrodt-, Leopold- und Heiligegartenstraße zum Brügmanplatz. Doch schon auf den ersten Metern wurde die Route von zwei Sitzblockaden versperrt. Die Polizei versuchte die Neonazis über Seitenstraßen umzuleiten, doch auch auf der Baumstraße wurde der Aufzug von Gegendemonstrant_innen gestoppt und musste warten bis die Polizei die Situation unter Kontrolle bringen konnte. Bereits auf der Lessingstraße kam der Aufmarsch erneut zum Stehen und musste erneut für längere Zeit warten. Zuletzt sperrten Gegendemonstrant_innen die Bornstraße, worauf die Neonazis Richtung Süden das Viertel verließen. Weiterlesen

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19.09. Anreise nach Essen-Steele

Seit über einem Jahr „spazieren“ die selbsternannten Steeler Jungs jeden Donnerstag durch Essen Steele und versuchen ein Drohszenario gegen Migrant*innen und Andersdenkende zu erzeugen. Dabei handelt es sich größtenteils um Machotypen, die sich aus dem rechtsradikalen und gewalttätigen Hooliganmilieu rekrutieren.

Es ist höchste Zeit für eine städteübergreifende, antifaschistische Einmischung in die unerträglichen Zustände in Essen Steele. Es gilt einen Nazikiez, sowie die Ausbreitung der Steeler Faschos in andere Stadtteile und Städte zu verhindern!

Deswegen fahren wir gemeinsam zur Antifa-Demo nach Essen-Steele. Kommt am 19.09. um 16.00 Uhr zum Nordausgang des Dortmunder Hbf (vor Cinestar). Gemeinsam gegen Nazimacker*innen!

Weitere Infos findet ihr hier.

Weitere Anreisen:

Duisburg: 16.45 Uhr – Hbf (Vorhalle)

Witten: 16.15 Uhr (Abfahrt: 16.30 Uhr) – Hbf

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Polizeieinsatz gegen Norstadtbewohner_innen setzt Naziaufmarsch durch

Sitzblockade auf der Mallinckrodtstraße (Bild: Korallenherz)

Bis zu 300 Anwohner_innen und Antifaschist_innen haben am Abend in der Dortmunder Nordstadt gegen eine Nazikundgebung protestiert. Den Neonazis wurde von einem Großaufgebot der Polizei eine Kundgebung am Nordmarkt ermöglicht. Dem Protest begegnete die Polizei mit Gewalt.

Schon die Anreise zu ihrer Kundgebung gestaltete sich kompliziert für die 50 Neonazis um die Parteifunktionäre von „Die Rechte“ aus Dorstfeld. Nachdem sie zunächst versuchten, mit der U-Bahn vom Keuninghaus zur Münsterstraße zu fahren, musste die Polizei diesen Plan verwerfen, da Gegendemonstrant_innen die Haltestelle Münsterstraße blockiert hatten. Auch ein Fußmarsch über die Mallinckrodtstraße wurde von mehreren Sitzblockaden kurzzeitig gestoppt und musste schließlich über den Bürgersteig am Gegenprotest vorbeigeleitet werden.

Auf dem Nordmarkt angekommen, wurde die Kundgebung der Neonazis durch eine Art Wagenburg der Polizei vor kritischen Blicken abgeschirmt. Vor dem Pfeifkonzert der zahlreichen Anwohner_innen, auch und gerade dem Nachwuchs aus der Nordstadt, konnten sie die Polizeifahrzeuge jedoch nicht schützen. Der Behauptung der Neonazis, die sich in ihren Reden anmaßten, für die Anwohner_innen des Nordmarktes zu sprechen, erwies sich als offensichtlich lächerlich.

Nach Ende der Kundgebung erwies es sich für die Einsatzkräfte der Polizei trotz des Großaufgebotes als schwierig, eine Abreise der Neonazis zu gewährleisten. Auf Protest reagierte sie zunehmend gewalttätig. Einem Versuch, die Abreise der Neonazis auf der Leopoldstraße zu blockieren, begegnete die Polizei mit Knüppelschlägen, ein Teilnehmer des Gegenprotests erlitt eine Kopfplatzwunde. Eine von den Neonazis angemeldete Spontandemonstration untersagte die Polizei zunächst, griff jedoch auch nicht ein, als die Neonazis dennoch loslegen.

Wir bedanken uns bei allen Menschen aus der Nordstadt und darüber hinaus, die den Neonazis heute gezeigt haben, dass wir keinen Bock auf Nazis in unserem Viertel haben. Den Verletzten wünschen wir rasche Genesung. Nazis und Bullen raus aus der Nordstadt!

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